Mit Bus und Bahn an Karneval unterwegs

Das Karnevalsticket gibt es nur noch online

Der Verkehrsverbund gibt für die jecken Tage ein günstiges Sonderticket raus, das es allerdings nicht am Automaten gibt.

Der Verkehrsverbund gibt für die jecken Tage ein günstiges Sonderticket raus, das es allerdings nicht am Automaten gibt.

Bonn/Region. Der Verkehrsverbund Rhein/Sieg verkauft die Sonderfahrkarte in diesem Jahr nicht am Automaten. Ebenso die Kölner Verkehrs-Betriebe AG (KVB) Das finden nicht alle Kunden gut, wie die Stadtwerke bestätigen.

Das Angebot ist reizvoll: Mit dem Karnevalsticket können Kunden von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag für 25,30 Euro sechs Tage lang die Busse und Bahnen im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) nutzen. Das Motto „Jeck und weg“ bekommt auf diesem Weg eine ganz neue Bedeutung. Man kann die Fahrkarte nicht mehr kaufen, weil sie in diesem Jahr ausschließlich als Handyticket oder Online-Ticket angeboten wird.

Selbiges gilt für das Angebot der KVB. Wie der Express berichtet, kann man den Fahrschein, der bis zum nächsten Dienstag für beliebig viele Touren gilt und 25,30 Euro kostet, ab sofort ausschließlich im Internet unter www.vrs-ticketshop.de kaufen. „Wir wollen die digitalen Vertriebswege fördern“, wird KVB-Sprecher Matthias Pesch zu der  Entscheidung der Verkehrsverbundes zitiert. Man gehe davon aus, „dass die Zielgruppe, für die ein solches Karnevalsticket in Frage kommt, in aller Regel ein Smartphone und einen Zugang zum Internet hat.“

So besuchte eine GA-Leserin vergeblich den Servicecenter der Bonner Stadtwerke in der Cassiusbastei auf, nur um dort zu erfahren, was auch im Kleingedruckten steht: Ticketverkauf nur digital. „Mir wurde gesagt, ich soll mir jemanden suchen, der einen Internetanschluss hat“, berichtet die Leserin. Sie möchte ihr Ticket aber gerne weiter am Schalter oder Automaten kaufen – ohne fremde Hilfe und ohne VRS-App. „Es trifft doch sicher nicht nur alte Leute, sondern alle, die nicht gerne im Internet kaufen“, meint die Seniorin.

Auf Nachfrage bestätigte Stadtwerke-Sprecher Werner Schui, dass es vereinzelt Beschwerden in den Servicecentern gab. Für die Ticketgestaltung selbst sei der Verkehrsverbund zuständig. Der will im Zuge der zunehmenden Digitalisierung testen, wie das rein digitale Karnevalsticket angenommen wird. „So ist einfach die Zeit. Das wird mittelfristig zum Standard werden“, sagte VRS-Pressesprecher Holger Klein dem GA.

Für das Karnevalsticket sind zwei Wege möglich: Wer ein Online-Ticket zuhause am Computer bucht, druckt es aus und zahlt per Kreditkarte, Paypal oder Sofortüberweisung. Wer das alles nicht möchte, kann das Handy-Ticket wählen und es per Telefonrechnung oder Lastschrift bezahlen. Hier gibt es zusätzlich drei Prozent Rabatt. Die nötige VRS- oder SWB-App (mit Anmeldung) gibt es nur für iOS und Android, nicht für Windows. Laut Klein hat der VRS den reinen Onlineverkauf bereits im vergangenen Sommer beim Absolventen-Ticket für Schulabgänger erfolgreich getestet.

2016 konnte man das Karnevalsticket noch als reguläre Fahrkarte am Automaten kaufen. Dazu wählte der Kunde das Tagesticket für fünf Personen der Preisstufe 4 aus. Die Karte wurde an Weiberfastnacht abgestempelt und galt sechs Tage für eine Person. Es stand nur nicht Karnevalsticket drauf.