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In der Kulturwerkstatt

Remagener Jecke feiern Milljöhsitzung wie anno dazumal

Remagen.  Da, wo der Karneval in Remagen bis in die 70er Jahre gefeiert wurde. So, wie er damals gefeiert wurde, war zu erleben bei der fünften Milljöhsitzung der Karnevalsgesellschaft (KG) Narrenzunft im früheren Jugendheim, der heutigen Kulturwerkstatt in Remagen.
Die Prinzengarde zieht zur Sitzung in die Remagener Kulturwerkstatt ein.
							Foto: Martin Gausmann

Die Prinzengarde zieht zur Sitzung in die Remagener Kulturwerkstatt ein.

Foto: Martin Gausmann

Das plüschige Flair, manches Möhnenkostüm mit Damenhut oder Waschfrauenhäubchen und ein Programm mit bewusst fast ausschließlich Remagener Kräften trugen zur launigen Wohnzimmeratmosphäre bei, in der sich alle zwei Jahre auch mal Jecken nach vorne wagen wie Maria Schorn und Lothar Michels.

Die "Lady Gaga von Remagen", so der stellvertretende Sitzungspräsident der KG, Guido Selbach, und ihr Akkordeon spielender Begleiter sangen mit dem Schmölzje im Saal Remagener "Krätzje". Als dazu das Licht ausging und die Möhnen vom "Nachtjackengeschwader" leuchtende Papierlaternen schwenkten, war aus Karneval Martinstag geworden, und alle stimmten in die mehr oder weniger heimliche Hymne Remagens ein: "Hellije Zinte Mätes".

Weiterer nostalgischer Stimmungshöhepunkt war der Überraschungsauftritt des singenden Wirts "Necmi", der mit Trompeter Wolfgang Kress "In unserm Veedel" intonierte. "Fastelovend Anno Pief" war angesagt, wie es nicht zuletzt auch ein Schild auf der Bühne propagierte. Selbach sagte ein närrisches Original nach dem anderen an und meldete seine wenige Tage alte Tochter Julia schon mal ganz offiziell bei der KG an.

Kein Blatt vor den Mund in der Bütt nahm der jüngste Akteur, Ex-Kinderprinz Roman Kötter, der frech von den Nöten der Jugend mit der Schule und dem Erwachsenwerden, aber auch von den Sorgen der Senioren mit ihrem "Rentnerkonfekt", sprich: ihren Tabletten, berichtete. Witzigen "Erinnerungen" widmete sich der ehemalige Sitzungspräsident Rudi Ockenfels, und auch die "Szenen einer Ehe" von Elke Köbbing und Roswitha Schubert waren "milljöhtauglich".

"Ich kenn die Bröder seit Jahren jenau, dürfe die mal weg ohne die eijene Frau, dann machen die rum wie Casanova, aber liegen zu Hause nur auf em Sofa", zog Ex-Obermöhn Uschi Schunk über die Männerwelt her und zeigte auch, was sie als Tanzmariechen noch drauf hat.

Die erste Rakete des Abends sicherte sich zuvor der Spielmannszug "Rheinklänge" samt der amtierenden großen und kleinen Tollitäten aus Remagen, Hofstaat und viel Gefolge. Charme und Sportlichkeit bewies das Tanzcorps der Hafengarde Oberwinter, mit dem ebenfalls die "Wölle" Tollitäten einmarschierten, und als gut gelaunte und bunt kostümierte "Mädche vom Rhing" präsentierten sich die acht Damen der Tanzgruppe "Top 7".

Für die Einstimmung der Narren "wie fröher" hatte schon vor Programmbeginn Willi Hoffzimmer an der Drehorgel gesorgt, und nach dem Showtanz der Prinzengarde und dem Aufzug der Stadtsoldaten war noch lang noch nicht Schluss mit der Feier anno dazumal.

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