K-Frage 2008

Kino und Karneval Hand in Hand - Piratensäbel und Bollywood-Exotik bleiben beliebt

Hoffentlich versagt nicht die Zauberkraft dieser kleinen Hexe: Eigentlich will Lara nämlich Pippi Langstrumpf werden.

BONN. Die Kostümtrends der Session 2008/2009

Der dritte Teil des Kinoabenteuers „Pirates of the Carribbean“ ist schon halb vergessen, da wirkt das Säbelschwingen von Johnny Depp alias Captain Jack Sparrow immer noch nach – im Karneval. „Piratenkostüme sind immer noch der Renner“, erklären Herbert Geiss von Karneval Deiters und Frank Schröder von Karnevalswierts übereinstimmend.

Nicht nur, weil einem furchtlosen Freibeuter die schneidige Eroberung rassiger Südseeschönheiten einfach leichter fällt. „Viele schätzen die Bewegungsfreiheit, die ihnen in dem Piraten-Outfit erhalten bleibt“, meint Herbert Geiss.

Gemäß dem Motto der Kölner Session 2009 „Unser Fastelovend himmlisch jeck“ gehen natürlich auch die Klassiker, Engelskostüme und ihr Widerpart mit Teufelsschwanz, Hörnern und Dreizack gut. Frank Schröder rechnet auch damit, beim Straßenkarneval viele Päpste und Mönche zu entdecken.

Wer es etwas aufwändiger mag, macht sich mit Kostümen aus dem Rokkoko zum echten Hingucker, empfiehlt Schröder. Im Kommen sei ebenfalls der Sprung nach Indien: Die farbenprächtigen Kostüme des Subkontinents werden durch die Ausstrahlung zahlreicher Bollywood- Filme immer populärer.

Geiss berichtet außerdem von guten Verkaufszahlen in der Abteilung für Köln-Fans: Zahlreiche Jecken würden sich mit ihrer Aufmachung mit Köln-Emblems, Köln-Ansteckern, Kölner Kölsch-Glas-Haltern zum Umhängen oder Anzügen voller Kölner Wappen als verliebt in die Dom-Stadt zeigen wollen. „Das geht in Köln selbst natürlich noch besser als in Bonn“, stellt Geiss klar. Doch auch in der Bundesstadt schlägt so manches Herz für das große Karnevalsvorbild im Norden.

Kostümiert feiern zu gehen, muss nicht teuer sein, sind sich die beiden Karnevalsausstatter einig. Von der Stange kostet das gar nicht mal so viel, meint er. „Los geht es ab fünf Euro für ein Kostüm. Und das hält über Aschermittwoch hinaus“, meint Frank Schröder. Richtig teuer seien dagegen die Karnevalssitzungen, auf denen die Outfits dann getragen werden.

Sowieso schon vorgesorgt hat derjenige, der Halloween kostümiert gefeiert hat. „Die Grusel-Kostüme gehen bei uns auch an Karneval noch gut, daher lassen wir einfach alles hängen und bitten es weiterhin an“, so Schröder.

Welches Kostüm die Kunden auch immer wählen: Die Lage der Wirtschaft macht den Karnevalsunternehmern dabei keine Sorgen. „Das ist ein krisensicheres Geschäft“, meint Schröder: „Vom Feiern lassen sich die Menschen einfach nicht abbringen.“