Schluss mit lustig

Welche Grenzen gelten für Narren im Büro?

Keine Narrenfreiheit im Büro

Verkleidungen und Masken sind zur Karnevalszeit im Büro nicht immer erlaubt. Es gilt, den gültigen Dresscode zu beachten: Foto: Jens Schierenbeck

17.02.2014 Stuttgart. Narrenfreiheit gilt nicht im Büro. Kleine Scherze dürfen sich an den tollen Tagen vor allem Arbeitnehmer in den deutschen Karnevalshochburgen wie Köln und Mainz erlauben. Strenger sehen das Chefs, Kollegen und Kunden im Rest des Landes.

Die Etikette-Trainerin Agnes Jarosch aus Stuttgart erklärt, wo die Grenzen für Narren und Jecken an den tollen Tagen sind. Alkohol: "Generell gilt: Die Firma geht vor", sagt Jarosch. Wer sich zur Feier der fünften Jahreszeit am Schreibtisch oder in der Werkstatt ein paar Gläschen Sekt genehmigt, riskiert, dass er Fehler macht.

Und die können im schlimmsten Fall sogar arbeitsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. "Zu späterer Stunde ein Glas Sekt mit den Kollegen, das ist in einigen Firmen okay." Es gibt aber auch Unternehmen, in denen Alkohol ganz verboten ist. Da kommt auch ein kleines Gläschen kurz vor Feierabend überhaupt nicht gut an.

Kostüm: Gerade im Rheinland sei es durchaus legitim, am Rosenmontag oder am Karnevalsdienstag als Captain Spock oder im Sträflingsanzug zur Arbeit zu gehen. "Da kann das witzig und charmant sein", sagt Jarosch. "Sobald wir uns aber von den Hochburgen entfernen, gilt das nicht mehr."

Und grundsätzlich sollte sich ein Mitarbeiter, der einen ernsthaften Kundentermine hat - auch im Rheinland - niemals verkleiden. Rosenmontag hin oder her. "Je weiter oben ich in der Firmenhierarchie stehe, je mehr Kundenkontakte ich habe, je mehr ich repräsentiere, umso weniger Extravaganzen darf ich mir erlauben."

Helau: Sich am Telefon mit "Helau" oder "Alaaf" statt mit "Guten Tag" zu melden, kann witzig sein - oder richtig danebengehen. Jaroschs Faustregel: Ist unklar, wer anruft, führt am konventionellen "Guten Tag" kein Weg vorbei. Erkennt der Angerufene im Display die Nummer eines Bekannten und kann einschätzen, dass auch der für den Karneval etwas übrig hat, ist der jecke Hochruf erlaubt. Mehr noch: ""Helau" kann dann auch ein Mittel sein, das verbindet und die Geschäftsbeziehung fördert." (dpa/tmn)