Rosenmontagszug in Oberwinter

„TuSSis“ brillieren auch ohne Ball

OBERWINTER. Bei den Fährnarren sind alle Mann an Deck. Ortsvorsteher zeigt musikalische Qualitäten und Gefühl für Harmonie.

„Ein gastlich Haus und heitere Leut, machen das Leben erst recht zur Freud“, steht auf einem alten Oberwinterer Fachwerkhaus geschrieben. Der ganze Ort präsentierte sich gestern als großes gastliches Haus, in dem die Narren ihrem Treiben und ihrer Freude so ganz freien Lauf lassen konnten. Mitten durch das Dorf mit seinen alten Gebäuden zog sich der Rosenmontagszug, der vom Tambourcorps Oberwinter angeführt wurde. Mitten drin: Ortsvorsteher Norbert Matthias, der als Musikant im Clownskostüm unter Beweis stellte, dass er sehr wohl auch harmonische Töne beherrscht.

„Alle Mann an Deck!“ meldeten die Fährnarren, denen die Gruppe „1001 Nacht, der kleine Muck hat sich auf den Weg gemacht“ folgte. Mit stattlichen 60 Karnevalisten waren die Stadtsoldaten mitsamt ihrer Garde aus Kripp angereist, da ging „Jüppi“ mit seinem kleinsten Karnevalswagen der Welt fast schon unter. Als wandelnde Schlagerradios waren die Junggesellen aus Kripp unterwegs. Acht Meter lang und 2,60 breit ist ihr diesjähriger Wagen, der als Hommage an die Welt der Schlager gedacht ist. Für reichlich dicke Luft sorgten derweil die Junggesellen aus Unkelbach und Oberwinter.

Die „Disco-Pumper“ ließen es mächtig aus ihrem Prunkwagen qualmen. Jedes Jahr dabei: die Fußballer und Fußballerinnen des TuS Oberwinter. Die Damen bezeichneten sich diesmal freundlicherweise selbst als „TuSSis“, und stellten in ihren Trikots eine besondere Augenweide dar. „Oberwinter ist bunt“ unterstrichen die „Wölle Müüs“, deren Outfits ihrem Slogan Wirklichkeit werden ließen.

Fehlen durften natürlich auch die Remagener Stadtsoldaten nicht, die mit klingendem Spiel Einzug in Oberwinter hielten. Die Rot-Weißen Funken aus Unkelbach und deren Tambourcorps kündigten schlussendlich den Wagen von Kinderprinz Niklas I. an. Ihre Tollität schaufelte eifrig Kamelle ins winkende Volk hinein. Dem standen die Elferratsmitglieder nicht nach: Sie setzten den würdigen Schlusspunkt.