Familiensitzung der Ahrweiler KG

Ahrweiler KG geht beim Kinderkarneval neue Wege

Streetdancer: Der Kinderelferrat der AKG beim Auftritt auf der Bühne des Bürgerzentrums.

Streetdancer: Der Kinderelferrat der AKG beim Auftritt auf der Bühne des Bürgerzentrums.

AHRWEILER. Die erste Familiensitzung der Ahrweiler KG hat an die 200 bunt kostümierte kleine Feen, Cowboys, Ritter und Burgfräulein, Clowns und Supermänner mitsamt Eltern, Großeltern, Verwandten und Bekannten ins Helmut-Gies-Bürgerzentrum gelockt.

Der Sitzungskarneval der Ahrweiler Karnevalsgesellschaft (AKG) hat in den letzten Jahren sein Gesicht grundlegend verändert. Die Narren aus der Rotweinstadt haben eine Herrensitzung eingeführt und die Prunksitzung mit kölschen Spitzenkräften verstärkt. Proklamationen verlaufen längst nicht mehr so steif wie früher und nun bekam auch die einstige Kindersitzung ein neues Kostüm übergezogen.

Und so gab es am vergangenen Samstag die erste Familiensitzung. „Wir haben kräftig investiert, wobei uns klar ist, dass wir mit dieser Sitzung kein Geld für die Vereinskasse gewinnen können“, so der Vorsitzende Udo Willerscheid. Das ist auch zweitrangig, denn man gewinnt neue Freunde des Ahrweiler Karnevals, die man sich sozusagen selbst großzieht.

Rund 200 bunt kostümierte kleine Feen, Cowboys, Ritter und Burgfräulein, Clowns und Supermänner waren gekommen, sie alle waren von der AKG eingeladen und brauchten für die Sitzung keinen Eintritt zu zahlen. Mitgebracht hatten die Pänz mindestens noch einmal die gleiche Anzahl an Eltern, Großeltern, Verwandten und Bekannten. Die kamen mit wenigen Euro Eintritt in den Genuss des bunten Programms, das der Kinder-Elferrat, bei dem sich Ben Mombauer und Patrick Sebastian in der Moderation abwechselten, präsentierte. Und war der Elferrat mal verschwunden, weil man selbst als Streetdancer im Programm mitmischen wollte, übernahm Kinderprinzessin Lara das Mikrofon und führte so gekonnt durchs Programm, als hätte sie nie etwas anders gemacht.

Die „große“ Prinzessin Marlis I. beobachtete das Geschehen nach dem Einzug der gesamten AKG-Familie fortan aus der Ferne und hatte ihren Spaß am Treiben der Pänz. Wie bei den Großen war das Programm mit Kräften aus der Kreisstadt und aus dem Großraum der jecken Metropole Köln reich gespickt.

Von Tradition zu Moderne

Prinzessin Lara samt Adjutantin Sarah begrüßten die Narrenschar, nachdem die AKG zum Sitzungsstart komplett aufgezogen war. Die beiden jüngsten Funkencorps zeigten im Laufe des Nachmittags ihre Sessionstänze, da zückte die gesamte Verwandtschaft die Smartphones oder freute sich einfach nur am Spaß der Kids. Dann kamen welche, die bald die großen Kölner Bühnen mit ihren altehrwürdigen Karnevalstänzen ohne akrobatische Hebefiguren stürmen wollen, nämlich Kinder- und Jugendtanzgruppe von Kölns ältester Traditionstanzgruppe, den Hellige Knäächte un Mägde.

Weiter ging es von Tradition zu Moderne: Aus Heimersheim kamen Fynn, Finnja und Liah und zeigten als kleine Superhelden, dass sie ohne Ende Benzin im Blut haben. Mitklatschen, -singen und -schunkeln war angesagt, als die kölsche Nachwuchsband Lupo ihren Karnevalshit „För die Liebe net“ anstimmte. auchredner Michael Walta mit seinem Plüschnashorn „Wilde Hilde“ klebten die Kinder im Helmut-Gies-Bürgerzentrum förmlich an den Lippen, als sie die Geschichten der beiden hörten.

Das wollte auch der Nachwuchs der Narren aus Bachem und Walporzheim erleben, sie besuchten die AKG mit großen Abordnungen gerne.

Schließlich wurde es aber auch ein wenig wehmütig, denn die AKG-Spitze mit Udo Willerscheid und Udo Groß verabschiedete Kinderprinzessin Lara und ihre Adjutantin Sarah nach einem knatschjecken und tollen Jahr. Närrische Nachfolger gibt es keine. Das gehört aber nicht zum neuen Konzept. „Wir hatten keine Bewerber für die Kindertollität in diesem Jahr“, so Udo Willerscheid. Das soll im kommenden Jahr wieder anders werden.

Den Narren im Bürgerzentrum machte es nichts aus, die feierten zum Abschluss der Familiensitzung einen tollen Schlussakkord mit der heimischen Band Jeckediz.