Remagen ist nicht zu bremsen

Am Rhein sind die Monster los

REMAGEN. Unter dem Motto „Immer jood drop“ zogen am Sonntag die Narren durch die Römerstadt Remagen.

Hilfe, die blauen Monster sind los, konnte man in Remagen denken, als gestern gleich eine ganze Horde von zotteligen Gesellinnen mit ihrem wilden Aussehen für so manchen Schrecken sorgten. Bei näherer Betrachtung stellte sich aber schnell heraus: Es waren lediglich die ansonsten stets netten „Kripper Wiever“, die den Remagener Karnevalszug ein wenig auffrischen wollten. Das war gar nicht erforderlich, denn der Umzug mit seinen mehr als 40 Wagen und Gruppen, Musikkapellen und Einzelakteuren hatte auch so wieder besten Unterhaltungswert. Kein Wunder, dass Zugleiter Jörg Diwo hochzufrieden war.

Die Kripper Vagabunden sorgten mit „Rockabilly – we love Rock 'n'Roll“ für einen flotten Auftakt, dem die PSV Cheerleader in nichts nachstanden. Einen Hauch von Venedig ließ die Gruppe Schorn – seit 30 Jahren fester Bestandteil des Remagener Zuges – in die Römerstadt wehen, während Weinkönigin Lea Lüdenbach einen hiesigen Weinberg aus dem Dornröschenschlaf erweckte.

Wie immer mit großer Delegation: die Stadtsoldaten. Die Kavallerie, die Majoretten, die Kadetten, die Marketenderinnen und der weitere blau-weiße Tross mit Regimentskapelle, Kommandanten und Pulverwagen bilden für sich schon einen Zug im Zug. 1937 wurde die Gruppe gegründet. Ihre 300 aktiven Mitglieder bilden so etwas wie das Rückgrat des Narrenumzuges. Das Panikorchester und die Höppe-Mötzje folgten dichtauf und schafften Platz für das Großaufgebot an Möhnen, das nun folgen sollte. Die Stippeföttcher und Nachtjacken gelten alljährlich als ganz besondere Stimmungskanonen auf dem Remagener Umzug. Diesmal war es nicht anders.

Dass Remagen auch prima Kopf stehen kann, bewiesen zwei Karnevalisten der Helene-Kötting-Truppe, die ihre Füße nicht nur an der Erde, sondern auch noch einzusätzliches Paar dort haben, wo sich ansonsten bei Menschen eigentlich der Kopf befindet.

Die Magic Dancers stellten einmal mehr eine besondere Augenweide dar und entpuppten sich zudem als wahre Entertainerinnen, die flott ihr am Straßenrand stehendes Publikum in Bestlaune versetzten. Was natürlich auch spielend der Kinderprinzessin gelang. Sie schmiss Kamelle, was ihre purpurnen Ärmchen so her gaben. Emily Vanessa I. thronte auf ihrem kleinen Schlösschen aus Pappmaché und freute sich über die Freude, die sie selbst bereitete.

Die Prinzengarde, die Senatoren und der auf seinem Prunkwagen schunkelnde Elferrat der KG Narrenzunft bildeten den Schluss des Umzuges, der zur Freude der Pänz am Marktplatz sein obligatorisches Finale mit einer wahren Kamelleschlacht fand.