Tollitäten in der Grafschaft

Erstes Dreigestirn herrscht in Eckendorf

Proklamation: Jungfrau Erika I. mit Prinz Alfred I. und Bauer Franz I. in Eckendorf.

Proklamation: Jungfrau Erika I. mit Prinz Alfred I. und Bauer Franz I. in Eckendorf.

ECKENDORF. Bürgermeister Achim Juchem hat die närrischen Herrscher 2018/19 von Eckendorf gekürt. Erstmals herrscht in der Goldbärchen-Metropole ein Dreigestirn.

„2000 Johr han m’r jewaat, jetz ston se he parat“, so lautet das Motto des ersten Eckendorfer Dreigestirns seit Beginn der Zeitrechnung. 500 Jecken erlebten die Proklamation von Prinz Alfred I. (Mücke), Bauer Franz I. (Franz-Josef Schäfer) und Jungfrau Erika I. (Heinz-Erich Rader). Gekürt wurden sie von Bürgermeister Achim Juchem als Herrscher der Goldbärchen-Metropole.

Sitzungspräsident Andreas Pfeffer, der gemeinsam mit Ursula Krupp den Abend in Schäfers Hof moderierte, strahlte mit Blick auf die wohl früheste Proklamation in der eigentlich noch nicht gestarteten Session 2018/19: „Wir sind zwar kleiner als der Kölner Karneval, aber dafür sind wir schneller.“

Bauer Franz I. hatte für diesen Abend seine Halle zur Verfügung gestellt, in der der Präsident des Kreisbauern- und Winzerverbandes ansonsten seine landwirtschaftlichen Maschinen geparkt hat. Zwei Wochen lang hatte das Organisationsteam gewerkelt, um den Zweckbau in einen stimmungsvollen Bauern-Gürzenich zu verwandeln, mit riesigen rot-weißen Fahnen an der Decke und als Bühnenhintergrund. Dazu war sogar noch kurzfristig eine fünf Meter hohe Bretterwand gezimmert worden, denn eigentlich hat die Halle gar keine Stirnwand. Die Arbeit hatte sich gelohnt, denn die Stimmung war vom ersten Augenblick an toll.

Geschichte beginnt auf einem Stück Pappe

Zu den Klängen der Alten Garde Blau-Weiß Bad Hönningen zog das närrische Dreigestirn im rot-weißen Ornat in den Saal ein und bahnte sich seinen Weg auf die Bühne – mit gleich sechs Adjutanten im Schlepptau. Es regnete Kamelle und Strüssjer. Auf der Bühne ließen Andreas Pfeffer und Ursula Krupp die Entstehungsgeschichte der närrischen Regentschaft noch einmal aufleben, denn das Ganze begann mit drei simplen Unterschriften auf einem feuchten Bierdeckel am vergangenen Rosenmontag. Dieses kleine Stück Pappe habe das Leben der drei Jecken zumindest für diese Session radikal verändert, wusste Pfeffer.

Da musste auch Prinz Alfred I. ehrlich zugeben: „Es ist selten, dass mir die Worte fehlen – aber heute ist es so weit. Wir schreiben Geschichte in Eckendorf als erstes Dreigestirn.“ Bürgermeister Achim Juchem hob das Dreigestirn in etwas abgewandelter Reihenfolge in Amt und Würden, denn diesmal hieß es: „Ladys first“. Jungfrau Erika I. erhielt als erstes ihren Narrenspiegel, bevor Bauer Franz I. mit seinem Dreschflegel und zum Schluss erst Prinz Alfred I. mit dem Narrenzepter ausgestattet wurde. Juchem fasste die Begeisterung des ganzen Saales nach Art des legendären Fernseher-Entertainers Hans Rosenthal zusammen: „Wir sind der Meinung, das war spitze, was ihr gemacht habt! Und es war mir eine ganz besondere Ehre, euch heute zu proklamieren.“ Da konnte Sitzung Präsident Andreas Pfeffer nur noch feststellen: „Alaaf und hurra, jetzt ist es passiert, das Dreigestirn ist proklamiert.“

Mit einem gelungenen Ablauf hatte das Organisationsteam – in Eckendorf gibt es keinen Karnevalsverein, deshalb unterstützen zahlreiche ehrenamtlichen Helfer die Tollitäten samt Gefolge – das närrische Publikum auf den Höhepunkt des Abends eingestimmt. Das Tanzkorps der Alten Garde Bad Hönningen mit Solomariechen Natalie Jettner legte los wie die Feuerwehr, das Orga-Team glänzte anschließend selbst mit drei perfekt einstudierten Tänzen. In einem Zwiegespräch nahmen Erich Althammer und Regens Volker Malburg vom Studienhaus Sankt Lambert die Geschehnisse in der Grafschaft insgesamt aufs Korn.

Die Showtanzgruppe „One Dream“ aus Heimersheim begeisterte die Gästeschar mit einem akrobatischen Auftritt und passend zu Halloween zeigte das Männerballett „Ringener Perlen“ seinen „Tanz der Vampire“. Die Showtanzgruppe „Friends“ aus Fritzdorf existiert eigentlich seit Aschermittwoch nicht mehr, doch zu Ehren des Eckendorfer Dreigestirns zeigten sie ein allerletztes Mal ihr Können. Und Spitze war der Auftritt des Männerballetts aus Gelsdorf.

Schon jetzt freut sich das Dreigestirn auf die tollen Tage und den Rosenmontagszug.