Hochkaräter im „Glaspalast zu Wölle“

Große Prunksitzung der KG Grün-Weiß Oberwinter

OBERWINTER. Wenn die KG Grün-Weiß Oberwinter zur Großen Prunksitzung ruft, dann ist kölscher Hochkaräter-Alarm am Rhein. Die Große Prunksitzung zum 66-jährigen Bestehen war gespickt mit Höhepunkten.

Wenn die KG Grün-Weiß Oberwinter zur Großen Prunksitzung ruft, dann ist kölscher Hochkaräter-Alarm am Rhein. Mit fliegenden Clown-Puppen, Luftballons in Gesellschaftsfarben und großem Emblem über dem Basketballkorb wird dann die Turnhalle zum „Glaspalast zu Wölle“, der sich rasend schnell mit Jecken anfüllt. Zum 6 x 11. Jubiläum unter dem Motto „Oh Oberwinter, du Juwel am Rhein“ durfte Sitzungspräsident Ralf Otto nicht nur einen ausverkauften Saal, sondern auch zahlreiche herausstechende Programmpunkte im Verlauf des weit über fünfstündigen Programms begrüßen. Die Stimmung im Saal war von Minute eins an am Kochen.

Als ob es Petrus besonders gut mit den Karnevalisten gemeint hätte, ging der Platzregen erst in dem Moment herunter, als sich der Elferrat im Eingangsbereich des Palastes zum Einzug aufstellte. Trockenen Fußes ging es gemeinsam mit dem Tambourcorps Oberwinter auf die Bühne. Als erste Amtshandlung des Abends erhielten Bürgermeister Björn Ingendahl und seine Ehefrau den Sessionsorden der KG. Bürgermeister und Tambourcorps räumten die Bühne für die Rot-Weißen Funken aus Unkelbach.

Das Tanzpaar Patricia Bock und Nina Wiest legte zu einem Medley aus Schlager und kölschen Melodien eine Sohle aufs Parkett, die den Zuschauern schier den Atem raubte und häufigen Zwischenapplaus hervorrief. Umso intensiver wurde der Applaus, als Sitzungspräsident Otto verkündete, dass sich die beiden mit diesem Tanz aus gesundheitlichen Gründen von der Bühne verabschieden. Die Showtanzformation der Funken mimte unter dem Motto „Vampires Get Alive“ die Königinnen der Nacht und überzeugte durch hohe Synchronität. Weitere Gäste waren die Tanzcorps „Dürscheder Mellsäck“, Rot-Weiß Vettelschoß und Rot-Weiß Bechen. Ein Heimspiel hatte die Hafengarde Oberwinter. Mit waghalsigen Würfen, exakten Hebefiguren und Konfettikanonen lieferten sie ein Feuerwerk der karnevalistischen Tanzkunst ab. Spätestens zum „Tulpentanz“ auf den Klassiker „Tulpen aus Amsterdam“ stand der Palast Kopf.

Auch bei den Rednern hat sich die KG nicht lumpen lassen und drei große Köpfe aus dem Kölner Karneval eingeladen. Den Anfang machte Bauchredner Klaus Rupprecht gemeinsam mit seinem Affen Willi. In großer Nähe zum Publikum sprach er über Mettbrötchen als „rheinisches Sushi“ und fettsaugende Mücken, sparte aber auch Themen wie Integration und Donald Trump nicht aus. Die rotzfreche Art des Affen machte die Stimmung zu jedem Zeitpunkt locker. Frisch genesen, hatte Martin Schopps seine berühmten Krätzchen nach Oberwinter mitgebracht und überzeugte mit teils beißendem Sarkasmus, der mit dem verschmitzten Lächeln zumindest weniger schmerzt. „Der Sitzungspräsident“ Volker Weininger wirkte zwar reichlich angeschwipst, ließ aber keine Pointe liegen. Musikgruppen rundeten das Wöller Karnevalserlebnis ab. Die „Gulaschkapell“ aus Erpel gab mit ihrer handgemachten Dicke-Backen-Musik ein umjubeltes Debüt. Zum „Wolkenplatz“ entführten die Jungs von Miljö und ebenfalls aus der „Stadt met K“ waren Kasalla gekommen, um am späten Abend den Sitzungsreigen zu einem gefeierten Abschluss zu bringen.