Guido Cantz bleibt in Wölle die Spucke weg

Im Oberwinterer Glaspalast geben sich die Kölner Größen die Klinke in die Hand - Knatschjeck präsentierten sich die Karnevalisten am Rhein - Zu "Kölle goes Wölle" lud die KG Grün-Weiß ein - Kripper Fenten verliehen Orden beim Frühschoppen

Oberwinter. (wtz) Das Motto passte. "Kölle goes Wölle" hieß es bei der Prunksitzung der KG Grün-Weiß Oberwinter am Sonntag in einem ausverkauften "Glaspalast", und auf der Bühne gaben sich wahrlich Spitzenkräfte aus dem Kölner Karneval die Klinke in die Hand.

Zunächst jedoch hielten Kinderprinzessin Laura I. (Hofstätter) mit ihren Stewardessen Michelle Lebon und Sophia Schmickler sowie Prinz Ali I. und Prinzessin Marlies I. (Frensch) und Hofstaat samt Hafengarde Oberwinter sowie Wölle Möhne, Fährnarren, Tambourcorps und Förderverein Oberwinterer Karneval (FOK) feierlich Einzug in den vor bunt kostümierten Jecken schier überquellenden Saal.

Co-Moderator Jürgen Walbröl gratulierte dem Vorsitzenden der KG, Frank Heck, und der Trainerin der Tanzgruppe der Hafengarde, Alexandra Gilles, zum Jubiläum: Vor 25 Jahren waren die beiden das Kinderprinzenpaar in Oberwinter gewesen. Und Sitzungspräsident Ralf Otto machte aufmerksam auf die karnevalistische Karriere des amtierenden Prinzen.

"Ich war vor 55 Jahren Page bei meinem Vater im ersten Oberwinterer Prinzenpaar, 30 Jahre später Säckelmeister, vor 20 Jahren Bauer im einzigen Dreigestirn, und jetzt bin ich Prinz", fasste Ali I. zusammen, und seine Frau wusste schon zu Anfang der Sitzung: "Karneval in Rio, Alaaf in Kölle, doch Fastelovend es am schönsten in Wölle".

Da hätte wohl auch Guido Cantz nach seinem Auftritt zugestimmt. Dem selbst sonst so eloquenten "Mann für alle Fälle" blieb angesichts der entwaffnenden Schlagfertigkeit so manches Jecken im Saal auch mal die Spucke weg, und er gab unverblümt zu: "Ich komm mir grad vor wie bei der versteckten Kamera."

Im Anklang an seine TV-Show "Deal or no deal", bei der die Geldgewinne der Kandidaten in Koffern stecken, hatten ihn schon die Herren des Elferrats jeder mit einem Koffer willkommen geheißen.

Und nachdem Cantz mit einer gelungenen Rede, in der er sowohl den Skandal um Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis ("Romeo und Julia ist eigentlich auch nichts anderes als Bauer sucht Frau") aufgriff, als auch die TV-"Dschungelcamp"-Bewohner, Milliardärin Susanne Klatten, Carla Bruni und Barack Obama aufs Korn nahm, befand er: "Hier in Oberwinter, das war der beste Deal, den ich heute machen konnte."

Das haben sicher auch die Showtanzgruppe Gelb-Rot-Koblenz und die Grün-Weißen Funken aus Kölsch-Büllesbach sowie die Band "Die Mennekrather", die erstmals Gast im Glaspalast waren, ähnlich gesehen. Beinahe Stammgäste dort sind dagegen schon Bauchredner Klaus Rupprecht, der wieder mit Affe Willi vorbeischaute, und der Kölsche Schutzmann Jupp Menth in der Bütt.

Der "Bergische Jung" alias Diakon Willibert Pauels brachte seinen Zuhörern den Unterschied zwischen den Pastoren der unterschiedlichen Konfessionen bei ("Bei den evangelischen Pastoren hängt die Kinderwäsche ums Haus, bei den katholischen im ganzen Dorf.") und sang mit dem überraschend die Bühne enternden Oberwinterer Pastor Frank Klupsch "Großer Gott, wir loben Dich".

Die einheimischen Kräfte brauchten sich nicht hinter den Kölner Größen zu verstecken: Das Remagener Panik-Orchester heizte dem bunten Schmölzje lautstark ein, die Tanzgruppe der Hafengarde Oberwinter und das Tanzpaar der Rot-Weißen Funken Unkelbach (Maren Kostrewa und Alisa Müller) waren Augenweiden, und auch die "Magic Dancers" fesselten mit ihrer "Galactica"-Show.

"Schön ist das Leben" waren sich alle im Saal mit den Kölner Paveiern einig, und mit der Sitzungskapelle "Little Jukebox" wurde bis in die Nacht hinein noch munter gefeiert. sim

KRIPP. Mit einem karnevalistischen Frühschoppen haben die Mitglieder der KG "Kripper Fente" am Sonntag die heiße Phase der fünften Jahreszeit eingeläutet.

Vorsitzender Wilfried Brüssel freute sich, neben Remagens Bürgermeister Herbert Georgi und dem Kripper Ortsvorsteher Heinz-Peter Hammer, auch eine Vielzahl Abordnungen befreundeter Vereine und Korporationen in der heimlichen Hochburg, der Gaststätte "Rhein-Ahr", zu begrüßen.

Zunächst aber war es an Hermann-Josef Klapperich, dem Mann am Mikrofon, das kleine Programm mit dem Auftritt des Fanfarenzuges der Kripper Fente zu eröffnen. Als Moderator und erfahrener Sitzungspräsident musste Klapperich aus gesundheitlichen Gründen im vergangenen Jahr pausieren, meldete sich jetzt aber umso "närrischer" zurück.

Besonderen Beifall gab es am Sonntagvormittag für das Kripper Jugenddreigestirn. Bauer Pière Münch, Jungfrau Fabienne Buchmüller und Prinz Lukas Logan sorgen nämlich dafür, dass die Kripper Narren auch in dieser Session wieder neben dem Strohbären auch die Regenten des Karnevals beim Straßenumzug feiern können.

Grund zum Feiern gibt es bei den Kripper Fente vor allem im kommenden Jahr. Denn dann feiern die Narren mit dem 11. Geburtstag der Gesellschaft ein kleines jeckes Jubiläum.

Zur Vorbereitung auf dieses Fest arbeitet der Vorstand der Kripper Fente seit einiger Zeit an einer kleinen Chronik. Schon jetzt konnten Bilder, Liedertexte, Orden und auch Kostüme zusammengetragen werden.

Kripper Bürger, die noch das eine oder andere Erinnerungsstück entbehren können, werden gebeten, sich mit dem Vorsitzenden der Kripper Fente, Wilfried Brüssel, unter der Rufnummer (0 26 42) 57 71 in Verbindung zu setzen.