Veilchendienstagszug in Lantershofen

Lantesche ist seit 1000 Jahren jeck

LANTERSHOFEN. Zum Finale des Grafschafter Straßenkarnevals schlängelte sich der Veilchendienstagszug durch Lantershofen. Passend zum Ortsjubiläum hieß es „1000 Jahre jung und jeck“.

Klein, aber fein und immer auch Abschluss der Grafschafter Karnevalstage: der Veilchendienstagszug in Lantershofen, bei dem gestern rund 200 bunt kostümierte Jecken durch den Ort zogen. Am Straßenrand begrüßen sie einige Hundert Narren, die den Straßenkarneval bis zur letzten Sekunde auskosten wollten. Natürlich feierten die Gruppen und Karnevalswagen in erster Linie das Motto „1000 Jahre jung und jeck“ zum diesjährigen Jubiläum „1000 Lantesche Jahre.“ Dabei kamen die Sportler des VfB Lantershofen symbolisch auf ihrer Gondel den „Ronnebach“ herunter geschippert, um gleich einige Tausend süße Berliner unters Narrenvolk zu bringen.

„Jeck und bunt“ hatten die vielen kostümierten Pänz des Kindergartens das Motto für sich abgewandelt, aus den Kinderwagen wurden Kamelle-Lager. „Wild und frei, drei Mol Lantesche ahoi“ – die Lantesche Piraten enterten den Zug nicht, sie feierten ebenso wie alle andere.

Und sie waren nicht die einzigen Piraten im Zoch, auch die Tanzgruppe der LA-Freibeuter schwang Fahnen und Säbel. Herzhaft kamen Junggesellen-Schützen daher, statt Kamelle oder Apfelsinen gab es bei ihnen heiße Würstchen im Brötchen aus der fahrenden „Wueschkösch“.

Im 1000-Jahre-Feiermodus zeigte sich die Bürgervereinigung, staatse Kerle mit schwarzem Anzug und Zylinder, die das ganze Jahr über nur ihre Kirmes im Kopf haben. Derweil machte eine Gruppe grüner Bären mit Blick auf die nahe Gummibärchenfabrik klar: „Hast du Bärchen in der Tasche, hast Du immer wat zu nasche.“ Der Lantesche Freundeskreis, dieses Mal als lebende Spielkarten unterwegs, kennt nur eine Freundesformel: „Zusammenhalt ist alles.“

Was alle Narren im Zug aber neben dem Motto noch vereinte, waren die Huldigungen an Prinz Jens I. vom Studienhaus Burg Lantershofen, der mit seiner fahrenden Festung das Motto des Burgkarnevals „Ab geht die Post“ präsentierte. Hintergrund: Der angehende Priester war vor seinem Studium bei der Post tätig. Bestens unterhalten wurden die Narren von den dorfeigenen Musikanten des Junggesellen-Tambourcorps und der Musikfreunde.