Rosenmontagszug in Ahrweiler

Marlis I. schwebt auf Wolke 7

AHRWEILER. Das Sturmtief "Bennet" verzieht sich rechtzeitig vor dem Start des Ahrweiler Rosenmontagszugs.

Wenn Marlis I. aus dem „Thal der Blumen“ am Rusemondach mit ihren jecken Untertanen ausgelassen feiern will, dann zieht sich auch Sturmtief Bennet der Ahrweiler Regentin zuliebe rechtzeitig zurück. Wie sagte Rainer Kardinal Woelki? „Der liebe Gott spricht Kölsch.“ Petrus scheint Kölsch nur mit „Knubbele“ zu beherrschen, meinte er doch, kurz vor Zugstart Bennet, übersetzt „Den Gesegneten“, zu einer letzten böigen, kalten Graupelschauer rausschicken zu müssen.

Als AKG-Zugleiter Peter Höper den Ahrweiler Rosenmontagszug pünktlich um 14.11 Uhr am Obertor dann auf die Piste schickte, waren 51 Zugnummern gesegnet: mit Frohsinn, guter Laune, „Spass an de Freud'“ und kölsche Tön. Allen düsteren Prognosen zum Trotz war alles, was von oben auf die Tausenden von Jecken am Straßenrand in den engen Ahrweiler Gassen niederprasselte, Konfetti, Kamelle und Strüssjer.

Umso mehr strahlte Marlis I. mit ihrem Adju Karl-Heinz Conradt von ihrem stattlichen Festwagen herab. Viele Akteure hatten sich ihr zuliebe ins Zeug geschmissen und formierten sich von A bis Z: von Abiturjahrgang 2019 (die Magierschar vom Calvarienberg) bis Zombies (The walking Jeck). Laut in der Altstadt wurde es immer dann, wenn die Junggesellenvereine die Beats aufdrehten und hüpfend ihre Wagen mit „Mama Lauda“ in Schwingung brachten. So waren die Jungs aus Ringen-Beller ebenso zu Gast wie die Dschungelcamp-Bewohner aus Nierendorf und die Goldgräber aus Oeverich-Niederich – voll im Hopfenrausch.

Die Ahrweiler KG ist gewohnt, dass aus dem Höhenort „Lattenspuck“ (Ramersbach) eine riesige Delegation ihre Aufwartung macht. Ob Tanzgarde des Sportvereins, die Power-Oldies als Rocker, Star-Wars-Helden, Bergfunken auf der Aida oder die Showtänzer im 80er-Look: Sie alle fanden „Jeck is jeil“.

Um auch die kostümierten Jecken am Straßenrand auf Betriebstemperatur und in den Schunkelmodus zu bringen, gaben die Musikkapellen alles. Da wurde der Nachbar „in et Ärmche jepack“, sich mit wärmenden Schnäpschen zugeprostet oder sich zum Schnappschuss mit Schneemännern (Karnevalsfreunde um Birgit Reuter) postiert. Kölsch vom Fass verteilten die zwei Köbesse Udo I. und Udo II.. Der Sitzungspräsident und der Vorsitzende der AKG kamen aus dem Zapfen nicht mehr raus.

In bester Feierlaune waren auch die Möhnen, die als Engelchen auf Wolke 7 ihren 40. Geburtstag feierten, und die kfd, die so jung ist wie Prinzessin Marlis I.: „Mit 66 toll in Schwung, der Fastelovend hält mich jung“, hatte sie auf ihren Orden prägen lassen.

Um den närrischen Nachwuchs muss sich Ahrweiler keine Sorgen machen: In den Reihen der AKG machten der Kinderelferrat ebenso mit wie die Funken-Abteilungen, doch auch die KaJuLau als Kindheitshelden und die Kita St. Laurentius als wilde Dschungeltiere rundeten das Bild ab. Ins ferne Morgenland entführte die Gruppe „Maijeloch“: Auch im fernen Orient wird mit Mayschosser Wein geschlemmt.“ Da nicht nur die Sultane mächtig „Dursch“ hatten, zog die Karawane nach dem Zug weiter: ins tanzende Bürgerzentrum.

Weitere Fotos von jecken Zügen unter www.kamelle.de.