Zug in Altenahr

Von Siedlern, Schmetterlingen und Sternenfliegern

ALTENAHR. Der Umzug der Altenahrer Möhnen rollte an Weiberfastnacht den Roßberg herab. Mittendrin: Das Kinder-Dreigestirn der KG Karnevalsfreunde.

Was haben Köln und Altenahr gemeinsam? Das Herz für Kinder und das Sessionsmotto „Wenn mer uns Pänz sinn, sin mer vun de Söck“. Denn wer das sympathische Dreigestirn der KG Karnevalsfreunde live erlebt, der merkt, dass das rappende und singende Trio Hummeln im Hintern hat: „Mir kumme us däm Dörp met A“ riefen sie am Weiberdonnerstag von ihrem Wagen herab.

Als sie vom Roßberg herabrollten, ließen Prinz Maximilian I. Knieps „vun de Kniepse Gäng“ , Bauer Michel I. (Mchael Lahr) und Jungfrau Lucia I. (Lukas Bongard) Kamelle aufs Volk regnen, das sich am Rathaus versammelt hatte.

Dort vom Balkon aus moderierte Ortsbürgermeister Rüdiger Fuhrmann das Spektakel und dankte Verbandsbürgermeister Achim Haag fürs Überlassen des Domizils. Haag richtete derweil sein Augenmerk zwar auf die Akteure im von den Möhnen um Beate Herrig organisierten Umzug, ließ aber als DRK-Chef und Feuerwehrmann die Kinder, die Kamelle sammelnd manchmal gefährlich nah an die Festwagen kamen, nicht aus den Augen.

Mit „Op dem Maat“ spielte sich die Blaskapelle warm, die im Juli ihren Big-Band-Sound auch ins ungarische Martély trägt, wo das Bestehen der 20-jährigen Partnerschaft gefeiert wird. „Lützenbohr City“, so wird das Neubaugebiet mit 50 neuen Siedler-, nein Bauplätzen genannt. Der Treck war losgezogen, um als Siedler Feuerwasser zu verteilen.

Ein Hauch von Frühling

Das Team der Burg Apotheke grüßte die spalierstehende Narrenschar als Teufel, weiß aber nur zu gut, was am Morgen bei teuflischem Kater hilft. Ob NASA oder ESA, Hauptsache Sternenflieger: Der Wagen von Christa Storch glitzerte im silbernen Schein.

Einen Hauch von Frühling transportierten die Frauen vom Schüttes, der Weinbergstraße, waren aber eher bodenständig als flatterhaft unterwegs. Prasselte am Fuße des Roßbergs jede Menge Süßes auf die Jecken herab, so waren viele der Gruppe Tina Knieps dankbar für „Käsewürfel wunderbar, für alle hier in Altenahr“.

Einen Querschnitt ihrer Kreativität der vergangenen 20 Jahre bot die Gruppe Ellen Conrady. Ihr „best of“-Kostüm-Repertoire zeigte alles, womit sie beim Zug schon mal für Furore gesorgt hatte. Nach den auf der Burg thronenden Knechten und Mägden war es an Damengarde und Junggesellen aus Altenburg, als „Asterix und Obelix“ diverse Zaubertränke anzubieten. Die Funkengarde schmiss am Rathaus die Beine, bevor dann die Junggesellen ohne „Pärd“, aber mit Saloon als „Lacky Lucke“ fröhlich vom Festwagen grüßten.