Benefiz-Gala

Dat Bönnsche Hätz geht auf

Die kostümierten Zuschauer sind gut gelaunt.

Die kostümierten Zuschauer sind gut gelaunt.

Bad Godesberg. Viel geboten bekam das Publikum bei der sechsten Benefiz-Gala "Dat Bönnsche Hätz" in der ausverkauften Godesberger Stadthalle.

Man kann wohl sagen, dass Lilly und Frieda noch nie vor so großem Publikum aufgetreten sind. Normalerweise albern sie in Zimmern mit einem oder zwei Zuschauern herum, am Sonntag war es die ausverkaufte Godesberger Stadthalle, in der die beiden Klinikclowns ein wenig ihre Arbeit vorstellten. Im Universitätsklinikum zaubern sie das eine oder andere Lachen in die Gesichter kranker Kinder. Bei der sechsten karnevalistischen Benefizgala "Dat Bönnsche Hätz" erhielten Mieke Stoffelen als Lilly und Alice Völlings als Frieda für ihren Auftritt eher wohlwollenden Applaus.

Sie werden seit 18 Jahren vom Förderkreis für krebskranke Kinder und Jugendliche Bonn finanziert, für den die Spendengelder, die bei der Sitzung zusammenkommen, traditionell gespendet werden. Sie waren aber zum ersten Mal dort, und man merkte schon den Unterschied zwischen Clown und Karnevalist. Aber, merkte Lilly an, als Ersterer sei man nicht unbedingt auch Letzterer.

Die Moderatoren Rainer Fritz, Ex-Liküra Kim Messinger und Karlheinz Bastian begrüßten auf der Bühne auch die Bönnschen Pänz unter Leitung von Joe Tillmann - ebenfalls zum ersten Mal, und das verwundert, denn der Kinderchor passt zum guten Zweck wie die Faust aufs Auge. Das bewiesen sie gleich zu Beginn mit ihrer Hymne "Mir bönnsche Pänz han de Hätz op de Zung". Mit ihrem Auftritt ließen sie die Zuschauerherzen schmelzen. "Wir sind glücklich, dass wir hier sein und für Pänz singen dürfen, denen es nicht so gut geht", sagte Tillmann, der vor zehn Jahren den Bönnsch-Unterricht an den Grundschulen und vor fünf Jahren den Bönnsch-Chor ins Leben gerufen hat.

Die Zuschauer bekamen für ihr Geld einiges geboten. Auf dem Programm standen unter anderem die Kindertanzgruppe der Hellige Knäächte un Mägde, der ältesten Kölner Tanzgarde, sowie Colöe, die Sandhasen Oberlar, Et Klimpermännsche Thomas Cüpper und die Poppelsdorfer Schmoß-Madämchen und -Junker. Redner-Neuling Anne Vogd aus Köln hinterließ mit ihren Geschichten rund um ihr Eheleben viel Eindruck. Auch Ne Hausmann Jürgen Beckers, HaPe Jonen und Wäscherprinzessin Franzi I. mit den Beueler Stadtsoldaten gaben sich die Ehre, der Förderkreisvorsitzende Lutz Hennemann und UKB-Direktor Wolfgang Holzgreve sprachen Grußworte, den Abschluss machte Emil Lohmer.

Und dann war da noch Ludwig van Beethoven - gespielt von Kajo Kusen -, der von seinem Statuensockel auf dem Münsterplatz gestiegen war, um sich über die Zustände in seiner Stadt zu beklagen. Bonn ersticke im Verkehr: "Gott, gib dem Stadtrat deinen Segen, sonst wird sich bald gar nichts mehr regen", klagte er. Natürlich kam er auch nicht um das Thema Festspielhaus herum und schlug vor, die Leute sollten, statt Sitze für die Beethovenhalle zu stiften, doch lieber ihre Stühle selber mitbringen.

Ja, das Festspielhaus hätte er auch gerne gehabt, sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan, der direkt nach Kusen als Schirmherr der Veranstaltung ein Grußwort sprach. Auf die anderen Themen ging er lieber nicht ein, stattdessen lobte er, wie sich "Dat Bönnsche Hätz" seit der ersten Gala entwickelt hat. Er wünsche sich, dass das so weitergeht.