Der Reigen der Karnevalszüge ist eröffnet

In Mehlem säumen bei sommerlichen Temperaturen tausende den Straßenrand - Garden, Fußgruppen und Musikcorps aus der Umgebung verstärken die örtlichen "Eigengewächse"

Mehlem. "Wir können auch anders", könnte das Motto der Mehlemer Jecken lauten, denn anders als in den meisten übrigen Godesberger Ortsteilen wurde dort der Startschuss für den Karnevalszug bereits am vergangenen Samstag abgefeuert.

Fast pünktlich setzten sich die 27 närrischen Gruppen gegen halb drei Uhr in Bewegung, das Warten hatte sich für die vielen tausend Zuschauer gelohnt. Außerdem hätte der Wetterfrosch nicht höher auf seiner Leiter stehen können. Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlich warmen Temperaturen zog der Mehlemer Narrenzug mit vielen befreundeten Vereinen durch die Meckenheimer Straße, bog dann in die Mainzer Straße, etwas später in die Gernotstraße undin die Rüdigerstraße ein. Über Siegfriedstraße und Mainzer Straße ging es dann in Richtung Dorfplatz. Von seiner Metzgerei aus moderierte Klaus-Dieter Merzbach das bunte Geschehen durchs Mikrofon.

Wo man auch hinschaute, überall bestimmten bunte Farben das Geschehen - gerade so, wie es sich für den Karneval gehört. Zugleiter Klaus Marx hatte dafür gesorgt, dass alles in seinem närrischen Lindwurm vertreten war, von den musikalischen Chinesen des Musikkorps Merzbach, über die als Hexen und Zauberer verkleideten Hubertus-Schützen bis hin zum Disco-Wagen der Gruppe "Mehlemer Stübchen" mit ihrem Riesen-Elvis aus bunten Papierblumen.

Neben außergewöhnlichen Kostümen und Wagenschmuck gaben sich einige Gruppen witzige Namen. Als "Quasi-Boys" war eine Mehlemer Männergruppe unterwegs, die sich an einem feuchtfröhlichen Thekenabend vorgenommen hatte, doch auch einmal am Mehlemer Karnevalszug teilzunehmen - quasi als Boys und karnevalistisch unterstützt durch Christian Hüffel, der selbst einmal Prinz von Bad Godesberg gewesen ist.

Flotte Garden marschierten in den Farben Grün und Rot-Weiß mit. Aus Wachtberg-Fritzdorf hatte sich die KG Grün-Gelb samt Kinderprinzessin auf den Weg gemacht, aus Unkelbach kamen 42 Rot-Weiße Mariechen, von denen die jüngsten gerade mal vier Jahre alt waren.

Das musikalische Schlusslicht bildeten die Drachen der "Breisiger Blechlawin". Das bis hin nach Frankfurt bekannte Korps spielte in Mehlem traditionelle Schweizer Guggenmusik. An- und abschließend folgte der Festwagen der Mehlemer Karnevalsgesellschaft Blau-Gelb mit seinem Vorstand. Natürlich flogen da noch einmal ganz besonders viel Kamelle.

Mit dem Ende des "Zochs" am Dorfplatz hatte das närrische Treiben noch lange kein Ende. Den gesamten Samstag Abend und den darauffolgenden Sonntag stand das Festzelt für heimische und angereiste Jecken bereit. Angefangen mit dem Feiern hatte man in Mehlem übrigens schon am Freitagabend mit der Prunksitzung. Viele der Gastgeber waren nonstop für ihren Karneval im Einsatz - getreu dem offiziellen Motto des Mehlemer Karnevals: Es lautet übrigens "Lääve un Lääve losse".