Karnevalszug in Bad Godesberg

Ein Prinzenpaar im Kamellerausch

Die Godesberger Stadtsoldaten wirbeln viel Konfetti auf. Es hat ja auch schon länger nicht geschneit.

Die Godesberger Stadtsoldaten wirbeln viel Konfetti auf. Es hat ja auch schon länger nicht geschneit.

Bad Godesberg. In Bad Godesberger feiern die Jecken ausgelassen und laut Polizei weitgehend friedlich. Zwischen 55.000 und 60.000 Besucher säumen den Straßenrand.

Besser als das Prinzenpaar konnte man den Bad Godesberger Karnevalszug wohl nicht zusammenfassen. „Es hat super viel Spaß gemacht, aber es ist wirklich anstrengend“, sagte Godesia Conny und strahlte über das ganze Gesicht. Das tat auch Prinz Thomas I., der den ein oder anderen Schweißtropfen vergossen hatte: „Ich bin fünf Kilogramm leichter. Aber es war wirklich geil.“

Dem werden wohl nicht nur das Kinderprinzenpaar und das Lannesdorfer Dreigestirn zustimmen, sondern auch die laut Zugleiter Thomas Wedde 55.000 bis 60.000 großen und kleinen Jecken, die die Straßen in der Innenstadt säumten. Laut Polizei feierten sie friedlich, bis auf kleinere Delikte verlief alles ruhig. Was wohl auch an Technischem Hilfswerk (THW), Deutschem Roten Kreuz und den 440 Wagenengeln lag, die dafür sorgten, dass niemand unter die Räder kam.

Weit über zwei Stunden dauerte das bunte Spektakel, die Stimmung war dem Anlass entsprechend ausgelassen. Schunkelnde, tanzende und lauthals „Kamelle“ rufende Füchse, Bauarbeiter, Feuerwehrmänner oder Krümelmonster waren keine Seltenheit. Doch nicht nur die schon nach der Hälfte des Zuges gut gefüllten Beutel sorgten für strahlende Gesichter.

Die Gesellschaften konnten auch mit ihren Fußgruppen und liebevoll gestalteten Prunkwagen punkten. Da waren zum einen die Traditionsvereine, die sich wie gewohnt mit stattlichem Gefolge präsentierten. Stadtsoldaten, Allgemeine Karnevalsgesellschaft Prinzengarde (AKP) und KG Bergfunken verfügten über einen riesigen Kamellevorrat und versetzten die ein oder andere Närrin mit ihren Strüßjer in Verzückung.

Die KG Blau-Gold Muffendorf war mit ihrem Vorsitzenden, dem Ex-Prinz Joachim Ackermann, dabei. Unterstützung bekam er nicht nur von seiner staatsen Truppe, sondern auch von Ehefrau und Ex-Godesia Martina. Die Jecken Goten griffen ebenso beherzt in die Kamellekiste wie die Kleffbotze und die KG Blau-Weiß-Rot Rüngsdorf, die sich so beim Narrenvolk mehr als beliebt machten.

Den Fidelen Burggrafen wurde in diesem Jahr die Ehre zuteil, die Vorhut für das Prinzenpaar zu bilden. Getrennt wurden sie von den Tollitäten nur durch den Fanfarenzug Attendorn.

Kleiner, aber nicht weniger fein präsentierten sich privat organisierte Gruppen, darunter zum Beispiel die Kamellebomber, die ihrem Namen alle Ehre machten, die lustije Jodesberger Veedelslück oder der Godesberger Kanuclub, unterstützt von den jecken Familien Friesdorf, bei dem es die heiß begehrten Süßigkeiten nicht „einfach so“ gab. Schunkeln und Singen waren angesagt, erst dann wurden die Beutel gefüllt. Die Bäckerei Linnemann sorgte für ein Novum: Frische Laugenbrezeln gab es bisher nicht. Und der Verein „Jugend verbindet“, eine Flüchtlingsinitiative von Jugendlichen für Jugendliche, zeigte, was Integration wirklich heißt.

Die Heiderhofer Freibeuter waren gleich zweimal vertreten: In der Lokomotive, in der Geschäftsführerin Yvonne Bekker samt Mann und Tochter den Zug anführte – übrigens ein Geburtstagsgeschenk ihres Gatten. Und im Zug selbst, begleitet von Sambaklängen der Gruppe „Sambastico“. Die Sportsfreunde Godesberg, De Blechbüchse mit ihrer mobilen Godesburg, die SG Wago und viele mehr rundeten das gelungene Bild ab.