Mehlemer Karnevalsug

Ein buntes Fest ohne Ausschreitungen

Mehlem. Bunt und fröhlich kommt in diesem Jahr der Mehlemer Straßenkarneval daher. Die Organisatoren sind froh, dass es diesmal im Festzelt auch friedlich zuging.

„Scheiß Ejal“ nannte sich die bunt kostümierte sechsköpfige Gruppe, die beim Mehlemer Vierdelszoch Wikingerhelme und 30 Zentimeter lange Kunsthaare unters Volk brachten. Warum die deftige Namensgebung? „Ist doch egal, was wir werfen und wie wir uns kostümieren. Hauptsache wir sind dabei und haben Spaß an der Freud‘“, sagte Olli Kirsch, der im Trikot der Hahn im Korb der weiblichen Wagenbesetzung war.

Streng nach „Hahn un Hohn“ ging es auf den beiden Wagen der Rodderbergfunken zu: Von der Burg warfen die Kääls Kamelle, während die Wiever auf dem Blumenwagen Strüßjer bevorzugten. 16 jecke Gruppen führte Zugleiter Alexander Schulz beim 20. Zug durch Mehlem an, wie immer veranstaltet von der 1997 gegründeten KG Blau Gelb Mehlem.

Die Rhein-Rebellen enterten das Treiben mit der Totenkopffahne. Die Quasiboys der Heilandkirche forderten das Ende der Baustellen in Mehlem und die Lichtung des Schilderwalds. Clowns aus allen Abteilungen des Mehlemer Sportvereins zogen prall gefüllte Bollerwagen. Der Domhof-Stammtisch verteilte Prinzenrollen.

Mit dabei waren auch die quirligen Pänz der École de Gaulle und der Johannes-Rau-Schule. Blau-Gelb-Präsident Hans Christoph Schäfer war voll des Lobes, auch die Jecken am Straßenrand zeigten sich begeistert „Hier gibt es immer ganz viel Schokolade“, freuten sich die fünfjährigen Zwillinge Sina und Phil, verkleidet als Katze und Fuchs.

„Wir sind schon vor Jahren aus Mehlem weggezogen, kommen mit den Kindern aber jedes Jahr zum Zoch in die alte Heimat. Der ist so schön bunt, überschaubar und familiär“, sagte Kerstin Jakobs. Später feierten 600 Narren bei der After Zoch-Party, bei der es im Gegensatz zum vergangenen Jahr zu keinen Ausschreitungen kam.