Fidele Burggrafen

Fünf Präsidenten in 80 Jahren

Burggrafen-Präsident Volker Michels mit einem Bild der Fahnenweihe von 1938. Gegründet wurde die Karnevalsgesellschaft allerdings schon ein Jahr früher.

Burggrafen-Präsident Volker Michels mit einem Bild der Fahnenweihe von 1938. Gegründet wurde die Karnevalsgesellschaft allerdings schon ein Jahr früher.

Bad Godesberg. Die Fidelen Burggrafen werden 80 Jahre alt. Diesen runden Geburtstag feiern sie auf ihrer Prunksitzung am 14. Januar in der Bad Godesberger Stadthalle.

Wenn Volker Michels über 80 Jahre Burggrafen-Geschichte erzählen soll, muss er nur die Wände des Zeughauses abschreiten. Auf der einen Seite die Orden mit den Sessionsmottos, auf der anderen alle 14 Tollitäten, die die Karnevalsgesellschaft in Bad Godesberg gestellt hat. Nicht zu vergessen, die vier Präsidenten, deren Konterfeis in Bilderrahmen hängen. Michels, selbst fünftes Narrenoberhaupt, kann sich erst nach Ende seiner Präsidentschaft dazugesellen. Seit acht Jahren ist der 51-Jährige im Amt.

Den runden Geburtstag feiert die Traditionsgarde, die aus einer Frackgesellschaft entstanden ist, auch auf ihrer Prunksitzung am Samstag, 14. Januar, ab 17 Uhr in der Stadthalle Bad Godesberg. 856 Gäste passen in den Saal, und sowohl Michels wie auch Kommandant Alo von der Kall sind zuversichtlich, dass alle Stühle besetzt werden. „Unser Literat Karl Weinreiß hat wieder ganze Arbeit geleistet“, sagt von der Kall. Seit 1997 kümmert sich Weinreiß ums Programm, hat für dieses Jahr unter anderem „De Räuber“, „Cat Ballou“, Bernd Stelter und das Tanzcorps Sr. Tollität Luftflotte eingekauft. „Das Publikum sucht nach Namen, die man aus dem Fernsehen kennt“, meint Michels. Gleichzeitig lässt er durchblicken, dass man sich sorgt, was nach 2020 aus den großen Sitzungen in Bad Godesberg wird. Dann soll die Stadthalle saniert werden.

Doch noch wird kein Trübsal geblasen, das wäre auch nicht im Sinne von Paul Grünhäuser, Heinrich Kehlenbach, Johann Ruland, Fritz Schneider und Paul Wingarz. Diese fünf Herren, damals zwischen 25 und 30 Jahre alt, hatten am 10. Januar 1937 in der „Tonhalle“ an der Burgstraße den Verein aus der Taufe gehoben. „Schon kurz danach gab es 20 Mitglieder“, erzählt Michels. Bei der ersten Mitgliederversammlung Ende Januar war dann auch sein Opa Johannes dabei, viele Jahre später sollte Vater Karl-Heinz für lange Zeit das Präsidentenamt übernehmen.

Wenig lustig war, dass der damalige Bürgermeister Heinrich Alef zunächst seine Genehmigung verweigern wollte. Die neue Gruppe schwächte seine eigene „Große Godesberger Karnevalsgesellschaft“. Doch die Burggrafen setzten sich durch. Nach dem Krieg fand die Gesellschaft 1947 wieder zusammen. Die meisten Mitglieder hatte der Verein laut von der Kall Anfang der 90er Jahre: „Die Zahl ist durch den Bonn-Berlin-Umzug von 400 auf 325 gesunken.“ Diese verteilen sich auf Corps á la Suite, Corps des Chevaliers, Musik-, Offiziers-, Garde-, Reiter- und Kadettencorps.

Karten für die Prunksitzung am Samstag, 14. Januar, in der Stadthalle gibt es für 32,80 Euro in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.