Godesberger Zug

Jecke trommeln für den Stadtbezirk

BAD GODESBERG. Der große Godesberger Zug gestern lief reibungslos und endete trotzdem mit einem Feuerwehreinsatz. Als die Mitarbeiter von Bonnorange, traditionell die letzte "Fußgruppe" auf der Strecke, hinter den Jecken aufräumen wollten, fing eine Kehrmaschine auf Höhe der Post Feuer.

Grund war nach Angaben von Zugleiter Michael Bartsch wohl ein heiß gewordener Filter. Jedenfalls mussten die Wehrleute den gesammelten Müll noch mal auf die Straße kippen, um die Glut zu löschen.

"Es war spannend, aber ich bin froh, dass jetzt alles rum ist", zog Bartsch nach seiner Premiere als Zugleiter Bilanz. Die Polizei zeigte in Bad Godesberg deutlich Präsenz. Bis zum Abend verzeichnete die Leitstelle aber keine besonderen Vorkommnisse im Zusammenhang mit dem Zug.

"Ahl und Jung schlagen de Trumm" heißt in diesem Jahr das Motto der Karnevalisten. Etliche Gruppen nutzten es, um für die Belange des Stadtbezirks zu trommeln. Die Schwimmgemeinschaft Wachtberg/Godesberg war in Piratenmission für das Kurfürstenbad unterwegs, eine Gruppe Hasen schlug unentwegt die Trömmelchen fürs Friesi. Motto: "Die FreiBADterie der Friesi Häschen hält länger."

Richtig Krach machte ein Wagen der Muffendorfer Bergfunken: Sie spielten "Steh auf! Macht laut" von den Höhnern, verbunden mit einer Botschaft an die Lärm-Nörgler: "Das ist für alle, die uns den Karneval nicht gönnen und sofort das Ordnungsamt anrufen." Unter dem Slogan "Legenden verkauft man nicht" setzte sich der Godesberger Motor-Club für den Erhalt des Nürburgrings ein.

Was wäre der Godesberger Zug ohne die großen Karnevalsvereine und Traditionskorps? Sie bestritten einen Großteil der Fußgruppen und Wagen und kündigten ihr Kommen mit donnernden Kanonenschlägen an. Geduldig erklärten sie den Kamelle-Rufern unter den Zehntausenden am Straßenrand immer wieder, wenn der Zug ins Stocken geriet: "Wenn wir stehen, dürfen wir nicht werfen." Als "Schmeißerin vor dem Herrn" ist auch Godesia Kerstin bekannt. Sie war in ihrem Element, ebenso wie Prinz Markus I., der seinen Triumphzug sichtlich genoss.

Das Motto für die nächste Session 2015/2016 steht bereits fest: "Himmlisch jood un teuflisch jeck, is Jodesberg an jeder Eck". Man kann sich vorstellen, dass Heiligenscheine und Hörnchen da schnell ausverkauft sind. Der Festausschuss sucht außerdem Kinder, die seinen "weißen Wagen" nächstes Jahr bunt anmalen.