Lannesdorfer Rosenmontagszug

Kamelle - oder lieber Lauchstangen

LANNESDORF. Auch von einem eisigen Wind ließen sich die Lannesdorfer Karnevalisten die Freude an ihrem Rosenmontagszug nicht nehmen. Bereits vor dem Zoch tanzten, schunkelten und sangen sie sich am Wegesrand warm.

An der Ecke Drachenburgstraße/Deutschherrenstraße sorgten eine Kölschbude sowie ein Imbissstand für die nötige Verpflegung. "Wir stehen immer an dieser Stelle", erzählten Ingrid Schulz und Beate Gaßen, die sich mit Federn auf dem Kopf und um den Hals geschmückt hatten. Freunde von ihnen kämen sogar aus Gimmersdorf, um mit den Lannesdorfer Jecke zu feiern. "Das Brauchtum muss erhalten bleiben", setzten sie strahlend hinzu.

Den Anfang des Zuges machte das Tanz- und Musikcorps der Karnevalsgesellschaft Treue Husaren Brühl. Selbstverständlich ließen es sich Prinz Markus I. und seine Godesia Kerstin sowie das Kinderprinzenpaar Prinz Janus I. und Godesia Lea nicht nehmen, die Lannesdorfer tatkräftig zu unterstützen. So jubelten sie nicht nur dem Lannesdorfer Kinderprinzenpaar Dominik III. und Melina I. und ihrem Gefolge zu, sondern ebenso den zahlreichen Fußgruppen, Tanzcorps, Musikkapellen und Festwagen.

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Von einem imposanten Himmelsschiff warfen die Messdiener von St. Martin und Severin Hände voller Lauchstangen auf die Jecken nieder. Zwiebeln und Äpfel gab es gleich noch hinterher. Damit steht einer gesunden Fastenzeit wohl nichts mehr im Wege. Im Lannesdorfer Zug wird traditionell neben Kamellen auch Obst und Gemüse ans närrische Volk verteilt. "Dann gibt es nachher Porreesuppe", freuten sich viele Besucher.

Und schon die ganz Kleinen wussten, was gut ist: Manches Bonbon wurde für einen großen Apfel liegen gelassen. Besonders aufwendige Kostüme präsentierten in diesem Jahr die "NixNutze", die als Männer und Frauen im Mond gingen. Umgeben von einem gelben Mondgestell und mit Ringelsöckchen und Zipfelmützen verteilten sie fleißig Kamelle.

Den Höhepunkt bildeten schließlich die Wagen der KG Fidele Möhnen Lannesdorf mit dem Piratenschiff des Kinderprinzenpaares. Prinz Dominik III. und seine Melina I. antworteten auf die lauten Kamellerufe mit einem großen Schwall an Gummibärentütchen und anderen Leckereien. Und wer bisher noch nicht genügend Lauchstangen für einen Eintopf gesammelt hatte, der wurde von den Dorfspatzen gut versorgt. Mit vollen Händen wurde das Gemüse unters Volk gebracht.

Für viele war der Zug damit jedoch noch nicht vorbei. Eilig schlugen viele den schmalen Weg "Schenkpfädchen" als Abkürzung ein, um den Umzug noch ein zweites Mal bewundern zu können. Danach gab es sicherlich bei dem ein oder anderen Lannesdorfer zu Hause eine wärmende Lauchsuppe.