Karnevalszoch in Mehlem

Kanalbaustelle hält Jecke nicht auf

Traditionell beim Karnevalszug in Mehlem dabei: KG-Präsident Hans-Christoph Schäfer.

Traditionell beim Karnevalszug in Mehlem dabei: KG-Präsident Hans-Christoph Schäfer.

Mehlem. Mit den Hochwassern der vergangenen Jahre geht die KG Blau-Gelb Mehlem humorvoll um: „Keen Fooss bliev trocken, os Mehlemer kann nix schocke“, lautet das Motto der Session. Von den Baustellen im Ort, die eine unterirdische Entlastung für den Mehlemer Bach entstehen lassen, zeigt sie sich ebenso wenig beeindruckt.

Die Löcher im Boden an der Meckenheimer Straße/Ecke Dietrich-Glauner-Straße halten die KG nicht davon ab, auch dieses Jahr einen Karnevalsumzug und die anschließende After-Zoch-Party zu organisieren.

Bis es am Samstag, 18. Februar, um 14.11 Uhr losgeht, ist aber noch einiges zu tun, weiß Präsident Hans-Christoph Schäfer. Da der Verein den Zug ehrenamtlich organisiert, bedarf es vieler freiwilliger Helfer und Spenden. Seit 20 Jahren richtet die KG den südlichsten Zug Bonns aus, doch die Finanzierung werde jedes Jahr schwerer, so Schäfer. 2000 Euro kosteten allein Genehmigungen und Versicherungen. Vor Kurzem haben 14 Helfer des befreundeten Godesberger Motor-Clubs (GMC) 4000 Köttbriefe in und um Mehlem verteilt, um die Einwohner zur Unterstützung und zum Kommen zu animieren.

Für die vielen Unterstützer ist die KG deswegen besonders dankbar. Neben Sportvereinen, benachbarten Karnevals- oder Junggesellenvereinen zählen dazu auch Helfer vom DRK, die Freiwillige Feuerwehr und die Einsatzkräfte der Wache Bad Godesberg. 500 Freikarten verteilt die KG an ehrenamtliche Vereine. „Bei der vielen Arbeit bleibt das Gesellige oft auf der Strecke. Dem wollen wir entgegenwirken“, erklärt Schäfer.

Neu ist, dass junge Jecken bis zwölf Jahre in Begleitung ihrer Eltern freien Eintritt ins Festzelt haben. Für alle anderen gibt es Tickets ab drei Euro inklusive Glaspfand und Zuggroschen. Sicherheit, Ordnung und Jugendschutz werden bei der KG Blau-Gelb großgeschrieben. Am Eingang zum Festzelt wird das Alter der Jugendlichen kontrolliert. „Der große Polizeieinsatz ist für uns da und nicht wegen uns. Wir sind stolz darauf, so gut mit den Ordnungshütern zusammenzuarbeiten“, sagt Schäfer. Extra für das bei anderen als „unbequem“ verschriene junge Publikum sei das Festzelt über die Jahre vergrößert worden.

Wie gewohnt wird der Zug an der Dietrich-Glauner-Straße starten, über die Mainzer Straße, am Godesberger Prinzenpaar und der Schlossallee vorbeiziehen, zum Rhein heruntergehen und sich nach der zweiten Runde über die Mainzer Straße auflösen. Wer kurz entschlossen mit einem Wagen oder einer Fußtruppe mitgehen möchte, kann sich bei Schäfer unter Tel. 0173/5 33 34 72 melden. Das Festzelt auf dem Dorfplatz öffnet nach dem Zug gegen 16 Uhr und schließt gegen Mitternacht. Karten gibt es vor Ort.