Rathaussturm in Bad Godesberg

Keine Chance gegen die Karnevalisten

Stolz hält Godesia Conny den Schlüssel zum Bezirksrathaus in der Hand. OB Ashok Sridharan konnte den Verteidigern nicht helfen.

Stolz hält Godesia Conny den Schlüssel zum Bezirksrathaus in der Hand. OB Ashok Sridharan konnte den Verteidigern nicht helfen.

BAD GODESBERG. Prinz Thomas I. und Godesia Conny entreißen Simone Stein-Lücke und Ashok Sridharan die Macht. Der Festausschusspräsident spart im Wortduell nicht Seitenhieben auf die Verwaltung.

Es schien so, als habe man nichts aus den Niederlagen der vergangenen Jahre gelernt. Zwar hatte sich Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke erneut Schützenhilfe aus Bonn geholt, genutzt hat es indes nichts. Auch Oberbürgermeister Ashok Sridharan, der Stein-Lücke bei der Verteidigung des Bad Godesberger Rathauses gegen die Karnevalisten wortgewandt unterstützte, konnte nicht verhindern, dass die Truppe um Prinz Thomas I. und Godesia Conny den Dienstsitz stürmte und pünktlich um 12.40 Uhr die Macht übernahm.

Da blieb der Bezirksbürgermeisterin nichts anderes übrig, als die weiße Fahne zu schwenken und Ihrer Lieblichkeit den symbolischen Schlüssel auszuhändigen. Nun regiert in Bad Godesberg bis Aschermittwoch also auch offiziell die Narrenschar.

Zuvor hatten OB und Bezirksbürgermeisterin im Rededuell mit Festausschusspräsident Armin Weins wirklich alles getan, um das Rathaus zu verteidigen. Doch nichts half. Das Argument des OB, Godesia Conny habe zu viel Temperament und damit in der Verwaltung nichts verloren und ein Prinz von der schääl Sick dürfe das Godesberger Rathaus doch gar nicht betreten, ließ Weins nicht gelten. Die Verwaltung liege doch das ganze Jahr im Winterschlaf, das bemerke man, wenn man Führerschein oder andere Papiere beantragen wolle, konterte er unter lautem Jubel der Narren. „Deshalb müssen wir die Macht übernehmen, weil ihr das alles nicht schafft.“

Der Hinweis, dass man aber vom Regen in die Traufe komme, da sich unter den Karnevalisten zahlreiche Kommunalpolitiker befänden, die dann ins Rathaus einziehen würden, perlte ab. „Die sind bei uns, weil sie zumindest in ihrer Freizeit was hinkriegen wollen“, war Weins sicher. Nichts half – OB und Bezirksbürgermeisterin hielten dem Sturm nicht stand. Was wohl auch daran lag, dass ihre Ehepartner heimlich, still und leise zu Beginn die Seiten gewechselt und sich unter das Gefolge des Prinzenpaares gemischt hatten.

Für den OB war es übrigens „nur“ die erste Niederlage des Tages. Auch das Bonner Rathaus konnte er später nicht gegen Prinz und Bonna verteidigen.