Proklamation in Bad Godesberg

Prinzenpaar übernimmt Hauptrolle

BAD GODESBERG. Prinz Thomas I. und Godesia Conny gehen bei der Proklamation mit hohen Quoten auf Sender. Getreu ihrem Sessionsmotto „TV Karneval“ übernahmen sie am Freitagabend auf der Bühne der Bad Godesberger Stadthalle die Hauptrolle - und wurden gefeiert.

Ein freier Tag nebst Frisörtermin deutete bei Conny Hagedorn am Freitag nicht unbedingt darauf hin, dass sich am Abend Großes ereignen würde. Fast noch unauffälliger verhielt sich die Sache bei Thomas Heinzen. Arbeit in Langenfeld, S-Bahn-Fahrt nach Deutz und dann ab aufs Motorrad in die Beueler Heimat. Allein die stündlich wachsende Nervosität machte beiden etwas zu schaffen. Verständlich, wenn aus Frau Hagedorn Godesia Conny und Herrn Heinzen Prinz Thomas I. wird.

Auf der Bühne der Stadthalle schlug sich das neue Prinzenpaar dann mehr als prächtig. Ihr Motto „TV Karneval – alles auf dem Sender“. Mit dabei war auch die kleinste Stadtsoldatin, die zwei Monate alte Christina. Sie mischte sich mit Kopfhörern unters Volk und feierte mit ihren zukünftigen Paten, dem Prinzenpaar. Das hielt seine Proklamationsrede mottogetreu in Form eines Interviews. „Es ist ein unglaubliches Gefühl, das kann man nicht beschreiben“, sagte der frisch proklamierte Prinz. „Es war immer mein Traum, einmal Godesia zu sein. Jetzt ist er endlich wahr geworden“, freute sich ihre Lieblichkeit, die einen ganzen Fanclub dabei hatte.

Doch bevor die närrischen Regenten die Insignien der Macht endlich in den Händen hielten, wurde in der ohnehin schon kochenden Stadthalle aufgetischt. Auf Sterneniveau servierten Festausschusspräsident Armin Weins und Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke ein wortreiches Drei-Gang-Menü, Getränke und Appetitanreger inklusive – so zum Beispiel eine „Dunkle Godesberger Ecke samt schwer verdaulichem Godesberger Südhang, Marke Altstadtcenter“. Den Eintopf würzte Stein-Lücke mit gepresster BonnOrange und Wildkräutern vom Rheinufer, einzig die Schärfe fehlte. Die sollte man lieber weglassen, meinte Sternekoch Weins. „Das führt doch wieder nur zu Diskussionen darüber, wie es wirklich gemeint war“, war er sich sicher. Und spielte damit auf die Reaktionen auf die Rede der beiden im vergangenen Jahr an.

Dass die Kommunalpolitiker eine neue Küchenmaschine angeschafft haben, schien auch nicht zu helfen: „Da kannst Du reintun, was Du willst. Es kommt immer ein fauler Kompromiss heraus.“ Dennoch zauberten die beiden ein bekömmliches Menü, die Jecken mussten nicht hungern. Nervennahrung hatte vor allem der Festausschuss nötig. Wie Pressesprecher Benjamin Dreesbach mitteilte, hatten krankheitsbedingt Ne Kölsche Schutzmann und die Wanderer passen müssen. Ne Knallkopp und die Kölschfraktion sprangen ein.