Proklamation in der Godesberger Stadthalle

Prinzenpaar im Reisefieber

Bad Godesberg. Das Godesberger Narrenschiff geht auf Weltreise: Seit Freitagabend sind Prinz Tobias I. und Godesia Vanessa am Ruder.

Bei der feierlichen Proklamation in der Stadthalle kündigte der Prinz an: „Wir möchten euch alle auf unsere schöne Reise mitnehmen. Packt eure Koffer und checkt mit uns ein!“ Auch die Godesia freut sich, dass die lange Wartezeit zu Ende ist. Ab sofort gilt das Motto: „Es och verdötsch de janze Welt, mir fiere wie et uns gefällt!“ Das gilt auch für die Kostüme: Im Saal mischten sich Clowns und Piraten unter Frackträger und staatse Gardisten. Mehr als 50 freiwillige Helferinnen und Helfer hatten die Halle festlich in Stadtfarben Rot und Gelb geschmückt. Das Prinzenpaar erlebte einen fulminanten Empfang: Die jubelnden Gäste im Saal feuerten zahlreiche Konfettikanonen ab.

Zum launigen Dialog mit Festausschusspräsident Armin Weins hatte Bezirksbürgermeisterin Simone Stein-Lücke als Zeitungsfrau aktuelle Schlagzeilen mitgebracht. „Pferdefleisch-Preise im Keller. Nachdem keine Pferde mehr in den Karnevalszügen laufen dürfen, fordern Stallbesitzer Abwrackprämien“, las Weins aus dem Wirtschaftsteil vor. „Und jetzt fürchten Metzger und Wirte Preisverfall beim Sauerbraten.“ Stein-Lücke hatte auch Lokales zu bieten: „Denkmalschützer fordert: Stadthalle darf nicht abgerissen werden.“

Damit war der Festausschusspräsident „sehr einverstanden“. Die Jecken brauchen keinen Neubau, sie würden die Oper nämlich in die Stadthalle verlegen. „Ganz einfach: Die Oper kommt in den Großen Saal, das Schauspiel in den Kleinen Saal und das Kleine Theater in den Parksaal. Thomas Weiermann könnte dann Intendant werden, der kennt den Schuppen in- und auswendig und weiß, wie man die Bude vollkriegt“, sagte Stein-Lücke an die Adresse des Stadthallenpächters, der seinen Ruhestand dann noch ein wenig verschieben müsse. Und falls es doch zum Abriss kommt, ziehen die Karnevalisten einfach ins neue Opernhaus um und bringen Mettbrötchen, Käsewürfel und Kölsch gleich mit. „Das nenne ich mal mottogerecht: Mir fiere, wie et uns gefällt“, sagte Weins.

Beim Thema leeres Rathaus gab es einen Seitenhieb auf Ur-Godesberger Juppi Schäfer, der dort ein Heimatmuseum fordere. „Da will Freund Juppi dann wohl selbst Museumsdirektor werden und Zutritt haben nur gebürtige Godesberger, die sich entsprechend ausweisen können“, sagte Weins. Der Kulturteil wusste über personelle Veränderungen bei den Godesberger Junge: erstes weibliches Bandmitglied wird Helene Fischer. Statt atemlos durch die Nacht geht es in Godesberg erst mal auf den Theaterplatz und dann um die Welt.