Kamelle, Porree und Pasta

So war der Rosenmontagsumzug in Lannesdorf

Die Lannesdorfer Schmuckstückchen strahlten vergnügt im Straßenkarneval.

Die Lannesdorfer Schmuckstückchen strahlten vergnügt im Straßenkarneval.

Lannesdorf. Zahlreiche Jecke freuten sich in Lannesdorf über ungewöhnliche Kamelle. Da gab es nicht nur Weingummi und Schokolade - sondern auch Porree, Zwiebeln und Pasta.

Wenn eines an diesem Rosenmontag in Lannesdorf überaus deutlich geworden ist, dann, dass der Wettergott den Jecken wohlgesonnen sein muss. Beschloss der Himmel am frühen Vormittag noch, sich mit Regen und Sturmböen von seiner ungemütlichsten Seite zu zeigen, so strahlte pünktlich zum Start des Zochs in Lannesdorf um 11.11 Uhr die Sonne zwischen den Wolken hervor.

Die Stimmung in der Hoverstraße, wo sich Umzugswagen und Fußgruppen gegen halb elf bereits aufgestellt hatten, war ohnehin schon ausgelassen. Doch mit Beginn des Vierdelszochs stieg die Laune noch weiter an. Besonders hoch oben auf den drei Wagen der KG Fidele Möhnen, die mit ihrem Senat, dem Lannesdorfer Kinderdreigestirn sowie den Dorfspatzen als krönendem Abschluss am Ende des Zuges starteten und mit einem Karnevalsklassiker nach dem anderen für lautstarke musikalische Untermalung aus ihren Boxen sorgten.

„Wir waren erst nervös, ob das Wetter mitspielt“, betonte Joachim Engel, Präsident der Dorfspatzen. Doch weil es auch bei den vergangenen Umzügen noch nie geregnet habe, sei es keine Überraschung, dass die Sonne den Rosenmontag auch diesmal gerade zur richtigen Zeit begleitete. Eine Erkältung mussten die Zuschauer allesamt also nicht befürchten. Falls der Hals nach dem unbeständigen Wetter allerdings doch plötzlich kratzen sollte, dann bot der Zug ohnehin eine kleine Besonderheit: „Wer den Umzug in Lannesdorf besucht, der kann sich im Anschluss eine kräftige Gemüsesuppe kochen“, erklärte Gerrit Hammel, zweiter Präsident der Dorfspatzen, mit einem Lachen.

Und tatsächlich: Nicht nur Weingummi, Schokolade und Chips, sondern auch 2,7 Tonnen Porree, Zwiebeln und unzählige Nudelpackungen lagen auf den drei Wagen der Fidele Möhnen parat. Dass die Aussicht auf Gemüsesuppe beim Publikum hervorragend ankam, bestätigte sich schon wenige Meter, nachdem sich die jecke Karawane in Bewegung gesetzt hatte. „Kamelle, Kamelle“, tönte es mal lauter, mal leiser aus der Menge. Die Kostümierten am Wegesrand reckten die Arme empor – und wenn dann Nudeln, Zwiebeln und Porree ihren Weg nach unten fanden, blitzte es mitunter schon mal erstaunt aus den Augen. Doch Gemüse und Pasta fanden ebenso erfreut Eingang in die Umhängetaschen der Zuschauer wie die süßen Überraschungen, die durch die Luft wirbelten.

Hunderte Besucher fanden sich entlang des Zugweges ein. Da standen Clowns, Krümelmonster, Flamingos, Superhelden, Raubkatzen und Sonnenblumen nebeneinander. Und selbst Asterix und Obelix hatten es sich in Campingstühlen vor dem Edeka am Kirchberg gemütlich gemacht. „Es ist nicht weniger los als sonst“, freuten sich Engel und Hammel von den Dorfspatzen. Selbst die dunkle Wolkenfront, die sich im Norden von Mehlem über dem Rhein auftürmte, konnte die Lannesdorfer nicht vom Feiern abhalten.

Und so freute sich auch das Kinderdreigestirn, in dieser Session bestehend aus Prinz Antonius I. (Antonia Henreich), Bauer Hans (Elena Hochgürtel) und Jungfrau Aleyna (Aleyna Ari), dass es die Menge mit Süßigkeiten erfreuen konnte. „So ein Umzug ist immer wieder etwas Außergewöhnliches für uns“, waren sich die Fidele Möhnen am Ende einig. Jedes Jahr ziehe dieselbe Vorfreude mit sich. Eine Vorfreude, die sich ebenfalls allzu deutlich in den Gesichtern am Wegesrand widerspiegelte. Im eigenen Vierdel ist und bleibt es eben doch am schönsten. Mehr Karneval auf kamelle.de