Verdiente Kanevalistin in Bad Honnef geehrt

„Heringsmoder“ ziert den Selhofer Orden

Ein „Selefer Original“, wie es im Buche steht: Edeltrud „Edel“ Meyer ziert den neuen Orden. Stefan Meyer (r.) und Matthias Palm gratulieren.

Ein „Selefer Original“, wie es im Buche steht: Edeltrud „Edel“ Meyer ziert den neuen Orden. Stefan Meyer (r.) und Matthias Palm gratulieren.

SELHOF. Das "Selefer Original" ist zum einen eine besondere närrische Auszeichnung, zum anderen auch ein gutes Stück Heimatgeschichte des Bad Honnefer Stadtteiles. In der Session 2017/2018 ziert Edeltrud "Edel" Meyer den Sessionsorden der Großen Selhofer KG.

Welch ein jeckes Datum. Edeltrud „Edel“ Meyer wurde an einem Veilchendienstag in Honnef geboren, genauer: am 22.2.1944. Da musste ja eine karnevalistische Karriere folgen, zumal ihr Vater, Jean Rechmann, 1930 Prinz der KG Halt Pol und in den 50er Jahren auch deren Präsident wurde. Die Große Selhofer Karnevalsgesellschaft machte Tochter Edeltrud nun zum „Selhofer Original 2018“ und verewigte sie auf dem neuen Sessionsorden der KG.

„Ihre Geschichte in unserer KG begann in den 50er Jahren, als Meinrad Nolden auf unser Original zuging und sich erhoffte, sie würde sich bereiterklären, das Einzugs-Funkemariechen zu werden“, berichtete der Präsident der Selhofer KG und „Edels“ Sohn, Stefan Meyer. Beim Einzug sollte es nicht bleiben, bald studierte „Edel“ erste Tänze mit Hans-Werner Meyer und Bernd Scheffler im Wohnzimmer von August Meyer ein.

Damenelferrat, Bütt und ein Herings-Geheimrezept

Meyer ließ den nahtlosen Übertritt seiner Mutter in den Damenelferrat Revue passieren, mit dem sie an glänzende Auftritte zurückdenken kann. Zwiegespräche mit Marlies Schraff, dem Stasse Billa oder dem Wendeler’s Marlene waren Höhepunkte jeder Sitzung. Auftritte und Tänze folgten, selbst zur Musik von AC/DC wirbelte sie über die Bühne. „Einmal beim Umziehen für einen Auftritt passierte es: Heinz Pfälzer stand plötzlich mit seiner Kamera mitten im Raum und drückte ab. „Ein Schnappschuss. Denn unser Original stand dort in Unterwäsche. Heinz hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als dieses Foto zeitnah in der HVZ zu veröffentlichen.“ Aber nicht nur Selhof war ihr „Revier“, sie zog mit der KG auch nach Aegidienberg, Rhöndorf oder Unkel.

Das Selhofer Original wirkte immer hinter den Kulissen. Der Präsident: „Vom ersten Moment der Reibekuchenbude war sie stets mit dabei. Ob beim Backen oder Schälen.“ Beim Vatertagsfest der KG sind ihr Kartoffelsalat und die Knoblauchsauce heiß begehrt. Auch beim Fischessen geht nichts ohne sie. Meyer: „Jeder, der den eingelegten Fisch schon probiert hat, freut sich jedes Jahr aufs Neue darauf.“ Er nannte Mitstreiter seiner Mutter wie Marlene Wendeler, mit der sie die Heringe säuberte und einlegte. „Manche sprechen vom Geheimrezept.“

Matthias Palm kreierte den Orden

Mit Marlies Schraaf versuchte sie, die große Wanne mit Fischen durch die schmale Tür zu bekommen. „Die Fische wurden ordentlich durchgeschaukelt und die zwei Damen brachen in schallendes Gelächter aus“, meinte Meyer. Das Engagement „Edel“ Meyers wurde vor Jahren bereits mit dem Orden in Gold des Regionalverbandes Rhein-Sieg-Eifel und vom Bund Deutscher Karneval gewürdigt. Auf dem Orden ist „Edel“ als Tänzerin zu sehen und als „Heringsmoder“. „Mich hanse an der Angel“, hatte Matthias Palm, der den Orden kreierte, als Schriftzug angefügt.