Kursaal in Bad Honnef

500 Mädels feiern mit der KG Halt Pol

Sichtlich Spaß hatten die jecken Mädels bei der Mädchensitzung der KG Halt Pol im Bad Honnefer Kursaal.

Sichtlich Spaß hatten die jecken Mädels bei der Mädchensitzung der KG Halt Pol im Bad Honnefer Kursaal.

Bad Honnef. Volldampf voraus ins jecke Getümmel: Eine ausgelassene Sitzung feierten 500 Mädels am Sonntag mit der KG Halt Pol im Honnefer Kursaal.

14.10 Uhr: Prunkvoller Einmarsch des Elferrates. 14.11 Uhr: Der Saal tobt. Wie macht sie das bloß, diese KG Halt Pol? Die Antwort lautet: Bad Honnefs älteste Karnevalsgesellschaft beherrscht sie eben, die Rezeptur für eine gelungene Mädchensitzung mit Zutaten für Auge, Ohr und Zwerchfell – und nicht zuletzt einem Saal voller ausgelassener Mädels, die nur darauf gewartet haben, endlich losgelassen zu werden in die fünfte Jahreszeit. Beweis gefällig? Kein Problem. Auch mit ihrer 18. Mädchensitzung im Kursaal setzte die KG um Präsident Jörg Pütz und sein unermüdliches Team wieder Maßstäbe.

Volldampf voraus ins jecke Getümmel. Mit der 2003 gegründeten „StattGarde Colonia Ahoj“ hieß es gleich zu Beginn „Leinen los“ im restlos ausverkauften Kursaal, in dem Shanty-Chor und Bordkapelle frenetisch begrüßt wurden. Dass die „StattGarde“ neben jeder Menge Musik nach Worten von Präsident André Schulze Isfort auch die „schärfsten Schenkel Kölns“, das Tanzcorps um Hilmer Tasto, aufzubieten weiß, wollten die bunt kostümierten Mädels offenkundig ganz genau in Augenschein nehmen. Und so fanden die Sicherheitshinweise, dass Stühle zum Sitzen gedacht sind, vom Start weg wenig bis gar kein Gehör.

Matrosen auf der Suche nach einem Ankerplatz

Sehenswert waren sie allemal, diese flotten Matrosen, deren Flieger – Achtung: Maximalgewicht 60 Kilo – der Saaldecke bedrohlich nahe kamen. Den Worten des gut gelaunten Halt-Pol-Präsidenten, dass sich die StattGarde einen festen Ankerplatz im Kursaal verdient habe, gab es da nichts hinzuzufügen. Außer Jubel, versteht sich.

Nicht genug der staatsen Käls auf der Bühne. Die KG-eigene Truppe „American Dream vum Rhing“ wusste ihren Heimvorteil weidlich auszukosten – auch wenn, wie Präsident und Mittänzer Pütz mit einem Augenzwinkern an den Vortrag der Kölner Gardisten anschloss, „die doppelt so viele sind wie wir, aber trotzdem das Gleiche wiegen“. Was wären Sitzungen ohne diese sympathische Truppe, der der Spaß am närrischen Tun aus allen Poren sprießt?

Seit 15 Jahren schon begeistern die Halt-Pol-Jungs. Sie nutzten dieses kleine Jubiläum für ein besonderes Dankeschön an ihre Trainerinnen seit der ersten Stunde. Entsprechend gab es Blümchen in den Vereinsfarben und einen Sonderapplaus für Andrea Steinbach-Jungheim und Petra Brethauer, die jetzt von Jenny Steinbach unterstützt werden. Besonders erwähnt wurde auch ein jecker Bad Honnef-Export nach Bonn: Vin-Luca (Kopprasch), amtierender Kinderprinz der Bundesstadt, stattete „seinen“ Halt Pölern einen Besuch ab.

Vegetarisches Grillen und vegane Karnevalssitzungen

Eine freche Schnüss: Auch das ist ein Attribut, das Erfolg verspricht. „Dä Tuppes vom Land“ Jörg Runge und Martin Schoops, dessen Erfahrungsschatz aus dem Zivilberuf des Lehrers ein unerschöpflicher Quell der Realsatire ist, kamen in den Kursaal. Und wenn die Lästerei auf hohem Niveau von Bauchredner Klaus Rupprecht und seinem Alter Ego Affe Willi kommt, macht das umso mehr Spaß.

Ob vegetarisches Grillen („Ist wie Karneval in Mainz. Es existiert, aber es macht keinen Spaß“), ob vegane Karnevalssitzungen („Wie jetzt? Ohne Höhner, ohne Kammerkätzchen, ohne Cat Ballou...“), auf jeden Pott hat Willi einen Deckel.

Willis Spezialität ist es auch, jede Bewegung im Mittelgang spontan einzubauen. Hamed Nayeri, der jeden Act in den Saal geleitet, blieb am Sonntag verschont. Einen Extra-Applaus bekam er aber trotzdem, dankte Pütz dem „Mann mit der Blume“ doch ausdrücklich für seine immer gut gelaunte Gegenwart und Hilfe. Wie er, so mussten die Mädels keine Befürchtung haben, dass es frei nach Willi „vegan“ zugehen könnte im Kursaal.

Schließlich stand mit Cat Ballou ein weiter Top Act an. Wie textsicher sie sind, zeigten die Närrinnen nicht nur bei „Et jitt kei Wood“ oder „Hück steiht de Welt still“ von Cat Ballou, sondern auch bei Hits der Räuber und der Klüngelköpp, die an Dezibel nur vom Husarencorps Grün-Weiß Linz mit Trommel-Sondereinlagen übertroffen wurden – alles in allem ein Sitzungsrezept, das aufging.

Also, Mädels, Kalender raus: Am 21. Januar 2018 steigt die 19. Mädchensitzung. Und zum närrischen 144-jährigen Bestehen wird es die KG ganz sicher krachen lassen.