Möhnensitzung in Bruchhausen

Bei den Funken starten reihenweise Raketen

BRUCHHAUSEN. Bruchhausener Möhnen feiern ausgelassen bei ihrem Kaffeeklatsch im Dorfgemeinschaftshaus. Tanzgarden aus der Umgebung und Sketche aus eigenen Reihen sorgen für sprühende Lebensfreude.

Sie nennen es „Kaffeeklatsch“, doch das ist nur der brav klingende Tarnname für ein fulminantes karnevalistisches Programm – wie es sich eben für Sprühende Funken gehört. Die Bruchhausener Möhnen machten ihrem Namen wieder einmal alle Ehre.

Als Waldfeen eroberten sie die Herzen der jecken und bunt kostümierten Wiever im Dorfgemeinschaftshaus, die den Saal füllten und die Truppe um Obermöhn Bettina Acker schon beim Einzug mit dem Blasorchester des Ortes begeistert mit einem dreifachen „Brooches – Alaaf!“ empfingen.

Die „Hauskapelle“ spielte die Hexen und Teufelinnen, Fliegenpilze und Haremsdamen, Prinzessinnen und Clowns in Stimmung, bevor das Duo „Alles Paletti“ sie in die Welt der Operette entführte. Die Eisbrecher trugen in der Manier der „Zarewitsch“-Operette den Kendenicher Äppelskorn-Hit vor, um dann dem Nachwuchs, den kleinen und großen „Sprühenden Fünkchen“, die Bühne zu überlassen. Für sie wurde prompt die erste Rakete der Sitzung gezündet.

Fünf-Minuten-Gastspiel von Inder Som

Typisch „Funken“: Hausgemachte beste Unterhaltung. Mit ihrem Sketch „An der Theaterkasse“ begeisterten Marion Heinrichs, Erika Alex und Ute Schwarz: Bei ihrem ersten Theaterbesuch wollten sie nicht „Martha“ sehen, sondern lieber das „Weiße Rössl“ – schließlich bot man ihnen ja „Was Ihr wollt“ an.

Som, der Inder, hatte seine „Pasta-Schmiede“ für ein Gastspiel verlassen. Zwei Witze („Dat war et schon, ich hatte nur fünf Minuten!“) reichten für Lachtränen. Erst im Vorjahr hatte er seine Premiere in der Bütt. Kopf stand der Saal dann, als die „Lions“-Tänzerinnen mit Michael Elsenbruch als Hahn im Korb erklärten „I'm so excited, I want to love you!“ Auch diese Bruchhausener Eigengewächse wurde mit einer Rakete verabschiedet, bevor die Erpeler „Gulaschkapell“ gewohnt scharfe Kost ausschenkte.

Aus Linz ausgeliehen hatte sie sich Jan Eric Burkard als Frontmann, der die geballte Frauenpower bat: „Liebchen, vergiss mich nicht“. Da warteten die grün-weißen Funken vom Zippchen aus Kölsch-Büllesbach und die RheinLichter, eine Fusion aus den ehemaligen Tanzbärchen Rheinbrohl und dem Ariendorfer Tanzwerk, schon auf ihre Auftritte, ebenso die Poppelsdorfer Schlossmadämchen und -junker um ihre Colonia.

Weil Pussy-Terror-Frau Carolin Kebekus nicht zu haben war, schmetterten die Beer-Bitches aus Brooches – die Funken Kady Lindlohr, Milka Frings und Tamara Schäfer – die Helau-Persiflage auf Adeles „Hello“ eben alleine.

Engelbert „Angie“ Wallek stellte sich auf einen Stuhl, um „et Trömmelche“ beim Einzug seiner „Ratsherren“ um Posaunist und Frontmann Guido Schmitz gehen zu lassen. Der ließ „janz höösch“ d'r Dom in Kölle, um dann die Kalinka in Russland zu besuchen und zu beichten, en d'r Kayjass beim Lehrer Welsch en d'r Schull mehr oder weniger jeliiert zu haben.

Der Saal tobte, als Obermöhn Bettina Acker mit den „Zwergen“ das Männerballett aus dem Neubaugebiet ansagte: Im Vorjahr noch als staatse Käls im Stil der Blues Brothers dabei, mühten sich die Herren der Schöpfung zur Gaudi des weiblichen Publikums mit Besen und Eimer als „Bodenmasseure und -kosmetiker“ ab.

So hat Josefine Schmolzbach, besser bekannt als „Oma Finchen“, ihr Hermännchen nie erlebt. Kein Wunder, dass ihr Urteil über diesen Kaffeeklatsch der Bruchhausener Möhnen lautete: „Dat is absolute Spitze!“