Sessionseröffnung in Bad Honnef

Bei der Ehrung kullern Freudentränen

Beim Sessionsauftakt im Bad Honnefer Kursaal zeigen die heimischen Tanzcorps ihr Können – und zwar die kleinen wie die großen Tänzerinnen.

Beim Sessionsauftakt im Bad Honnefer Kursaal zeigen die heimischen Tanzcorps ihr Können – und zwar die kleinen wie die großen Tänzerinnen.

BAD HONNEF. Das Festkomitee Bad Honnefer Karneval hat Dankorden an Manuela Müller, Susanne Bolz-Hießl und Juliane Millinghaus verliehen. Den würdigen Rahmen im Kurhaus bildeten die Auftritte sämtlicher Corps.

Alaaf, me fiere Karneval! Welch ein Startschuss: 120 Pänz aus sieben Kindertanzgarden von Bad Honnefer Gesellschaften eroberten gemeinsam die Bühne des Kursaals, als dort die Jecken aus allen Stadtteilen auf Einladung des Festkomitees Bad Honnefer Karneval zusammen in die Session 2017/2018 starteten. Alle waren in Feierlaune. Und das Programm – von allen Tanzcorps bis zu den Stadtsoldaten – stemmte die große Bad Honnefer Karnevalsfamilie selbst unter Regie von Selhofs Präsident Stefan Meyer.

"Herz, Kopf und Motor der Tanzgarde"

Freudentränen kullerten, als die Jury verdienten Karnevalisten den Dankorden des Festkomitees Bad Honnefer Karneval verlieh. Diesmal erhielten die besondere Auszeichnung drei weibliche Leistungsträgerinnen des Brauchtums: Manuela Müller, Susanne Bolz-Hießl und Juliane Millinghaus. „Manuela Müller ist seit 28 Jahren das Herz, der Kopf und der Motor der Tanzgarde der Karnevalsgesellschaft Ziepches Jecke“, lobte Alfred Höhler in seiner Laudatio auf die Trainerin der Gruppe von Tag eins an. Bis 2005 tanzte sie sogar selbst noch immer mit.

Mit 21 Jahren hatte sie die Truppe 1989 zur gefeierten Premiere bei der Veranstaltung „Lachendes Kurhaus“ geführt. „Zahlreiche Jungen und Mädchen lernten unter ihrer Führung das Tanzen. Es gelang ihr, die Tanzgarde der Ziepches Jecke zu einer festen Größe im Honnefer Karneval zu etablieren.“ Dabei habe sie nicht nur immer wieder neue Schritte und Hebefiguren kreiert, sondern auch die Musik ausgewählt und die Garde neu eingekleidet, lobte Höhler den Einsatz von Manuela Müller.

Die eigene Karriere begann als Mariechen

Mit neun Jahren hatte Susanne Bolz-Hießl 1977 ihre Tanzkarriere als Mariechen beim Fanfarencorps Unkel begonnen. 1983 wechselte sie zum Tanzcorps Blau-Weiß Selhof. Nach einem kurzen Abstecher zu den Kieselsteinen wurde sie 1988 dann Mitgründerin der Tanzgarde der Ziepches Jecke, der sie bis 2004 treu blieb. Seither ist sie selbst Trainerin – der kleinen und großen Tanzgarde der KG Löstige Geselle. Laudator Jörg Pütz: „Sie trainiert die Tanzgarde nicht nur, sondern unternimmt mit den Mädchen auch Ausflüge.“ Die neuen Uniformen und Showkostüme entwirft und näht sie teils selbst, hieß es weiter. Und als ihr Mann Bauer im Dreigestirn der Ziepches Jecke war, stand sie ihm natürlich tatkräftig zur Seite und schneiderte ihm sogar sein Ornat.

"Ein Motor der Gesellschaft"

Ihren ersten großen Auftritt in Sachen Karneval hatte Juliane Millinghaus 1958 mit 14 Jahren und einer Rede zum 85-jährigen Jubiläum der Karnevalsgesellschaft Halt Pol. „Den Orden von damals hält sie heute noch in Ehren“, wusste Festkomitee-Chef Stefan Jungheim zu berichten. Vor 20 Jahren wurde sie Mitglied der Jecke Wiever vun der kfd – und „ein Motor der Gesellschaft.“ Zunächst engagierte sie sich als Literatin und Organisatorin, mittlerweile dann als erste Vorsitzende. Unter ihrer Beteiligung schlossen sich die Jecke Wiever auch dem Bad Honnefer Festkomitee an. „Das Festkomitee ist ihr zu enormen Dank verpflichtet. Juliane Millinghaus hat sich bisher souverän um die finanziellen Angelegenheiten gekümmert und sich erneut bereit erklärt, noch eine weitere Amtszeit von zwei Jahren als Schatzmeisterin zu fungieren“, so Jungheim.

Kaum hatten sich die drei Damen von der Überraschung erholt, setzte Bruce Kapusta mit seinem Kornett einen fulminanten Schlusspunkt unter das Programm. Sein Sessions-Hit „Mädchen, Schokolädchen“ geriet auch zum süßen Kompliment an die Ordensträgerinnen und alle Mädels im Saal. Danach war noch lange Partytime für alle.