Die Rheinbreitbacher Narren "haalen et us"

Bunt kostümiert und knatschverdötscht: Die feiernden Jecken in Rheinbreitbach.

Bunt kostümiert und knatschverdötscht: Die feiernden Jecken in Rheinbreitbach.

In der rot-weiß geschmückten Hans-Dahmen-Halle ist es bei der Prunksitzung hoch hergegangen.

Rheinbreitbach. (khd) "Mein Gott, Rasputin ist ja auch da!" Auf Anhieb hatte Lieselotte Lotterlappen (Joachim Jung) an Hand des Haarwuchses und des Bartes in dem Ersten Beigeordneten Ansgar Federhen den russischen Wunderheiler auf der Prunksitzung der Rheinbreitbacher KG "Me haalen et us" in der Hans-Dahmen-Halle ausgemacht.

"Oder hat dir deine Mama nur keine Rasierklingen in den Adventskalender getan", fragte Lieselotte scheinheilig. Und dass sich das ganze Spielchen in einer Sporthalle abspielte, war dem Babbelmaul auch sofort klar, als sie den Dirigenten der Burgbläser sah. "Da hat ja schon einer 'nen Medizinball verschluckt", kommentierte sie frech die Leibesfülle des Burgbläser-Dirigenten Hansgünter Schröder.

Kurz vor dieser Strapaze der Lachmuskeln war das Kinderprinzenpaar, Leo II. und Marie Sophie I., mit den "Sternchen", dem Burggarde-Nachwuchs, einmarschiert. "Wir freuen uns tierisch, hier bei Euch zu sein. Steht bitte auf und stimmt mit ein: Dreimal Breitbach - Alaaf!" forderten die kleinen Tollitäten, flankiert von ihren Pagen Tim und Vicky, die Narrenschar im rot-weiß geschmückten Gürzenich des Ortes auf.

Zum Hit "Dat is jeil" tanzte der Stolz der KG, die Große Burggarde. Und absolut hinreißend waren auch die Tänze der Grün-Weißen Funken vom Zippchen aus Kölsch-Büllesbach, die mit ihrer zirkusreifen Akrobatik die Jecken von den Stühlen rissen. "Dat is Wahnsinn", so der begeisterte Kommentar, auf den prompt die erste und einzige Rakete des Abends folgte.

Eine Sternstunde erlebten die kleinen Rheinbreitbacher Tollitäten dann im zweiten Teil der Sitzung. Nicht nur, dass sie vom Jubiläums-Spielmannszug TV Eiche und den Siebengebirgstollitäten Stefan I. und Andrea I. die Orden erhielten. Unmittelbar nachdem "Ne Kölsche Immi" ihnen einen Stern, der ihren Namen trägt, geschenkt hatte, holte sie Bruce Kapusta, der "Clown für Üch", auf die Bühne und versicherte ihnen: "Echte Fründe stonn zesamme!"

"Diesen Abend werdet Ihr nie vergessen", versicherte Präsident Michael Siegel den strahlenden Tollitäten in feinstem Hochdeutsch. Das dürfte auch auf die Narrenschar zutreffen, die noch bis lange nach Mitternacht ausgelassen in der Hans-Dahmen-Halle Fastelovend feierte.