KG Halt Pol

Fünf Stunden Vollgas bei der Mädchensitzung in Honnef

Bad Honnef. Die Mädchensitzung der KG Halt Pol macht ihrem sagenhaften Ruf wieder alle Ehre: Bei der jecken Honnefer Party gibt's nur Vollgas.

Die gute Nachricht lautet: Er steht noch, der Kursaal. Die schlechte Nachricht: Gut ein Jahr dauert es bis zur nächsten Mädchensitzung der Karnevalsgesellschaft Halt Pol – und dann wird im Exil in der CJD-Aula in Königswinter gefeiert, weil der Kursaal wegen Sanierung ab Aschermittwoch mindestens ein Jahr gesperrt werden muss.

Bis zum 2. Februar 2020 müssen die jecken Mädels zehren von einer Sitzung, die auch bei ihrer 20. Auflage alles hielt, was Bad Honnefs älteste KG verspricht – Volldampf von der ersten Minute beim Einmarsch mit dem Tambourcorps TV Eiche bis zum Finale mit Cat Ballou fast fünf Stunden später.

Konfettiregen mit Ladehemmung

„Wie haltet ihr es denn so mit Konfetti?“, sollten die Tänzer „Sr. Tollität Luftflotte“ aus Köln am frühen Abend Literat Jens Wilke fragen, bevor sie mit ihren akrobatischen Tänzen aufwarteten.

Die Frage hatten sowohl die Stadtsoldaten im TV Eiche als auch die Jungs von „American Dream vum Rhing“ zu diesem Zeitpunkt schon beantwortet – wenn im letztgenannten Fall auch mit einer kleinen, dafür umso lustigeren Ladehemmung der silbern-glitzenden Konfettiberieselung.

„Ob das hält?“ Auch diese Frage von „American Dream“-Tänzer Peter Hurrelmann zu Dehnübungen vor dem Auftritt war bald darauf mit Ja beantwortet. Für „ihre“ Mädels hatten sich die 14 Aktiven, darunter zur Freude von KG- und Sitzungspräsident Jörg Pütz die Neuzugänge Carl Pütz und Stephan Brimmer, mit neuen Sakkos in Schale geworfen.

Und die Feuer-, pardon: die Tanztaufe stand dem „kleinen Schwarzen“ noch bevor. Perfekt vorbereitet waren sie nicht nur in Kleidungsdingen. Sie seien geradezu „olympisch“, meinte Pütz. Schließlich hatten die Tänzer ihr Trainingslager am Olympiastützpunkt des Deutschen Turnerbundes absolviert.

Noch einen drauflegen wollen sie 2020 zum elfjährigen Bestehen. Dafür geht's zum Trainingslager in die Sportschule Hennef.

De Köbesse fühlen sich wohl im Hexenkessel

Mit Fug und Recht Heimvorteil im Kursaal haben auch De Köbesse. Da konnte auch eine kleine Technikpanne der guten Stimmung nichts anhaben. Schließlich sind sowohl Köbesse-Frontmann Roger Moore als auch Sitzungspräsident Pütz weder um eine tragende Stimme noch um Spontaneität verlegen.

Und während backstage fieberhaft gearbeitet wurde, damit Mikro und Verstärker es wieder tun, sangen die Mädels einfach noch ein bisschen mehr mit in diesem „Hexenkessel“ (Moore).

Mit Querbeat ging es vor der Pause dann durch die Decke. Während zwei glühende Fans am Bühnenausgang ausharrten, zeigten die Feierbiester, die mit ihrer „Randale & Hurra“-Tour in ganz Deutschland unterwegs sind, jede Menge Puste. Und hatten natürlich hernach noch Zeit, den Steppkes Paul und Fritz die ersehnten Autogramme zu geben.

„Redner gehören zum Karneval“, lautet ein Credo von Jürgen Karl Beckers, besser bekannt als „Ne Hausmann“. Klar, lautete auch da die Antwort im Kursaal, fiel der Applaus entsprechend aus. Kein Wunder, wenn die Urheber Martin Schopps und eben Beckers heißen.

Richard Wagner und die Steinofenpizza

Und die, wie Schopps zum Besten gab, als Lehrer beide wissen, dass „Allgemeinwissen nicht gleich verteilt ist“ – und Richard Wagner vom hoffnungsvollen Nachwuchs zum „Erfinder der Steinofenpizza“ gemacht wird.

Da ist der Hausmann besser dran, schließlich hat er es „nur“ mit der Familie zu tun: „Seit ich meine Schwiegermutter kenne, weiß ich, woher das Wort Mitgift kommt.“ Herrlich auch seine Einlassungen über das „Ungefähre“ im Rheinischen oder die Bedeutung des Wörtchens „eigentlich“, das so einiges ins Gegenteil verkehren kann: „Die Nachbarn sind eigentlich nett.“ Dem Publikum schenkte Beckers ein dickes Lob: „Wer nach vier Stunden Sitzung noch so gut zuhört – Kompliment.“