Rosenmontagszug in Linz

Ganz Linz ist ein Zirkus

LINZ. „Musik mähähääht Spaß“, verkündeten die Tambour-Schafe aus Erpel als „Anführer“ des Rosenmontagszuges der Großen Linzer KG. Und damit dürften sie der Strünzer Tollität Paul III. aus der Seele gesprochen haben, war der doch jahrelang Kommandant des Fanfarencorps des TV Linz, das er immer noch als „Tenorhorn“ unterstützt.

Und genau ein solches, wenn auch in erheblich größerem Ausmaß, zierte die große Prunkkarosse, die das Wagenbauteam um Theo Westhofen in monatelanger Arbeit für den Linzer Narrenregenten konstruiert hatte.

„Wenn mir Jecke durch de Stroße trecke, jewwe mir su richtich Jas!“, war an der Einmündung der Martinusstraße ins „Sändchen“ zu hören, wo die Tollität die 55 Zugnummern an sich vorbeiziehen ließ. Dieses Versprechen aus seinem Prinzenlied konnte Paul III. „vun de Fanfare“ am Rosenmontag aber nicht halten. Das Gasgeben fiel den weit über 1200 Jecken, die zwölf Musikgruppen nicht mit eingerechnet, ausgesprochen schwer, kam der Zoch doch immer wieder zum Halten.

Das lag weniger an den Football-Mädchen von den Ohlenberger Tanzflöhen in ihren schwarz-weißen Trikots und auch nicht an der Pfauengruppe aus dem Vettelschosser „Ühlekützje“ oder den Rokoko-Gästen, die sich freuten, dass jetzt „wieder Leben auf Schloss Arenfels“ ist. Eher schon an den Tausenden jeck kostümierten Narren an den Straßenrändern, die immer weiter nach Kamelle verlangten.

Nur „et Blechjedöns“ der Roten Husaren trennte die Charleston-Schönen der Kasbacher Prinzengarde, die mit ihren langen, roten Kleidern in die Roaring Twenties entführten, von den grausamen Wikingern der Leubsdorfer „Querköpp“, die mit zwei Drachenbooten rheinabwärts gefahren waren. Dagegen flohen die blond-gelockten Pop-Art-Partypuppen der Tanzgruppe Hoppenstedt vor einer Horde Skunks, obwohl die gar kein Drüsensekret versprühten.

Umgeben von dem Mothers-Circus der grünhaarigen „Rabenmütter“ und den Damen der grün-weißen Husaren fühlte sich der „Schmitze Will als „Prinz Ewig“ pudelwohl, während die „Partisanen“-Gruppe als große Nager der „Rattenfängerin“ Frauke Petry folgten. Als Cleopatras suchten die „Jecken Höhner“ ihren Antonius.

Auf die grüne Insel entführte der „Klaf-Klub Marienweg“ mit seinen Feen und Kobolden. „Diese Vielfalt, die Fantasie, dat is Linzer Fastelovend, mir all sin Linzer Karneval“, sah Prinz Paul III. sein Sessionsmotto bestätigt, als er sich mit seinen Adjutanten Michael und Johannes auch endlich auf den Weg Richtung Burgplatz machte und dabei Kamelle aus dem Wagen schaufelte.