Rosenmontagszug

Geschunkel und Gefunkel auf Zug in Unkel

UNKEL. Beim närrischen Treiben im Rosenmontagszug in Unkel huldigen die Jecken ihrer Prinzessin Marie I. und genießen den Kamelleregen. Auch die frostigen Temperaturen halten die Jecken nicht fern.

„Unendlich jeck mit viel Geschunkel, unendlich bunt mit herrlichem Gefunkel!“, hatten Prinzessin Marie I. und die Unkeler KG, die dieses Jahr ihren närrischen acht mal eflten Geburtstag feiert, als Motto ausgegeben. Umgesetzt wurde es am Rosenmontag von Aberhunderten bunt kostümierter Jecken, die ausgelassen am Zugweg von Scheuren in die Innenstadt schunkelten. Sie empfingen die fantasievoll verkleideten Gruppen und Wagen allerorten mit fröhlichen Alaaf- und Kamelle-Rufen.

Dabei war es verhalten losgegangen: Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt und dichte graue Wolken hatten die Narrenschar lange im Warmen verharren lassen. Als dann aber et Trömmelche jing, stunden se doch all parat, so dass sich die Stammköche aus Rheinbreitbach pünktlich um 11.11 Uhr hinter der Zugleitung auf den vier Kilometer langen Weg von Scheuren in die Unkeler Altstadt machen konnten.

Nachdem die Hunnen um ihren Attila Harry Vollmer beutesuchend am Wagen der Mini-Sternchen sowie des Elferrats vorbeigezogen waren und auch die Burg der Tollität passiert hatten, grüßte der Zirkus der New Pearls und der New Diamonds um die Direktorinnen Johanna Böndgen und Klara Thelen die Prinzessin mit ihren Paginnen Jenny und Melina. Zwar hatten die Dompteure ein Zelt mitgebracht, ließen aber ihre Tiere – vom niedlichen Äffchen und starken Bären, über Giraffen und Löwen bis hin zu Tigern und Zebras – frei herumlaufen. Gleiches galt für die Menagerie des Zirkus Rambazamba mit seinen rothaarigen Clowns ebenso wie die für die Truppe Unkeler Pänz, die von den jecken Zuschauern wissen wollte „Was für ein Zirkus?“

Cowboys und Indianer vom Reitverein Bruchhausen

Selbst die Cowboys und Indianer vom Reitverein Bruchhausen hatte sich nicht auf Pferde beschränkt, wie den „Braunen“ auf dem Motivwagen, folgte dem doch eine „Gute Fee“, deren Kutsche von zwei Einhörnern gezogen wurde. Mit denen konnten die mit Kolben, Bolzen und Zahnrädern übersäten Steampunks der Heisterer Möhnen ebenso wenig etwas anfangen wie mit den kleinen Künstlern vom Pantaleon Kiga, die in beklecksten Malerkitteln mit Farbpalette und Pinsel Motive für ihre Leinwände suchten. Wie Edgar Degas hätten sie die Tänzerinnen der Burggarde malen können, begleitete die Garde doch die Rheinbreitbacher Prinzessin Pia I., die Unkels Marie I. mit der KG der „Ushaaler“ einen Gegenbesuch abstattete.

Mit „Sarg und Pack“ inklusive Grableuchten hatten die Vampire der „Herzblättchen“ ihre dunklen Unterkünfte verlassen, zuckten aber schon merklich zusammen, als sich die Sonne immer häufiger zwischen den grauen Wolken sehen ließ. Den unendlichen bunten Part des Sessionsmottos deckten neben den Zirkustruppen natürlich auch die „Flying dancers“ rund um ihre Discokugel ab.

Auffallender als diese glitzerten aber wieder die Stöckchen der Majoretten, nach denen sich endlich auch das junge „Dreigestirn“ auf den Weg machen konnte, um vor allem seine jungen Anhänger mit einem dichten Kamelleregen einzudecken, in den sich auch andere Süßigkeiten mischten.