Weiberfastnacht in Linz

Gottesmann lässt die Wiever toben

Einen Kopfschmuck, der vom Frühling träumen lässt, hat sich diese jecke Besucherin in Linz ausgesucht.

Einen Kopfschmuck, der vom Frühling träumen lässt, hat sich diese jecke Besucherin in Linz ausgesucht.

Linz. Raderdoll und knatschversdötscht – die Wiever in Linz ließen es am Donnerstag so richtig krachen. 300 quietschbunt kostümierte Weiber hatten ihren Spaß.

„Mir Linzer geben Gas, mir Linzer rasten us“: Prinzessin Yvonne I. vom Rennenberger Tal hatte leichtes Spiel mit den Weibern im Saal des Hotels Weinstock. Und das lag nicht nur am Heimspiel für die Linzer Tollität. Die Möhnen – in diesem Jahr erstmals im schicken Pfauenkostüm – hatten mit eigenen Kräften ein Spitzenprogramm auf die Beine gestellt. „Und die Stimmung ist einfach super“, sagte Christine Brandt.

Die Steigerung von „super“ folgte dann mit dem Auftritt von Lothar Anhalt, seines Zeichens im bürgerlichen Leben Pastor in Linz. „Jetzt wird es sehr fromm“, kündigten ihn Obermöhn Martina Kremer und Sitzungspräsidentin Susanne Degen an. „Wir haben fast ein bisschen Angst.“ Davon waren die jecken Mädels im Saal weit entfernt. Zu Recht. „Die Möhnen haben mich hergelockt“, sagte Anhalt. „Sie wollten etwas machen in der Art von 'Bauer sucht Frau'. Für mich haben sie es umbenannt in 'Pastor sucht Haushälterin'.“ Der Saal tobte, trampelte und klatschte – erst recht, als er die Soutane lupfte und seine roten Prinzenschuhe samt Spitzenbötzche zeigte. Erst nach einer Zugabe durfte er von der Bühne – und musste der Sitzungspräsidentin und den Wievern im Saal versprechen, im nächsten Jahr wiederzukommen.