Weiberfastnacht in Aegidienberg

Heiße Rhythmen und selbst einstudierte Tänze

Aegidienberg. Raderdoll und knatschversdötscht – die Wiever in Aegidienberg ließen es am Donnerstag so richtig krachen. Die KG Klääv Botz stellte ein mehrstündiges Programm auf die Beine.

Wie leer gefegt waren am Nachmittag die Straßen. Nur die Bad Honnefer Stadtsoldaten ließen es sich, perfekte Begleitung des Siebengebirgs-Dreigestirns nicht nehmen, auch zwischen den Auftritten mal ordentlich auf die Trumm zu hauen. Das kann nur eines bedeuten: Es ist Weiberfastnacht, und in den Sälen steppt ab 15.11 Uhr der Bär.

Wie zum Beweis ging es im Aegidienberger Bürgerhaus schon hoch her, kaum dass die Weibersitzung der KG Klääv Botz begonnen hatte. „Wie geil seid Ihr denn?“, entfuhr es einer begeisterten Prinzessin Franzi I. (Reinshagen). Kein Wunder, denn was die Ehrendamen für „ihre“ Majestät auf die Bühne zauberten, war aller närrischen, genau, Ehren wert. Im Glitzeroutfit (Franzi: „Selbst das kann Euch nicht entstellen“) zeigten die Freundinnen für diesen Tag einstudierte Tänze, und Franzi machte fröhlich mit.

Das verdiente Lob, zu dem Präsidentin Angela Schmitz die jecken Mädels im prallvollen Saal gar nicht erst zu überreden brauchte, war die erste Rakete einer rundum gelungenen Weibersitzung. Literat Kay Scharfenstein hatte alle Register gezogen und unter anderem die Showtanzgruppe Die Eiermänner aus Vettelschoß und das Männerballett Jonny Carachos verpflichtet. Las Locas sorgten für heiße Rhythmen wie in Rio, und die Senkrechtstarter von Lupo räumten ab. Dabei kann die KG auch mit durchweg eigenen Kräften ein mehrstündiges Programm gestalten.

Prinzengarde, Bergfunken, Fünkchen und Ehrengarde: Die Aktiven, kleine und große, durften nicht fehlen. Und wenn ein Programmpunkt auf der Autobahn festhängt? Dann wird perfekt improvisiert, auf dass keine Zwangspause die Stimmung trübt. Davon profitierte auch Prinz Peter IV., als er endlich zum Weibervolk dazustoßen durfte. Das heißt, wenn man ihn aus dem Käfig gelassen hat...