Linzer Möhnen starten närrische Zeitreise

<b>Toller Auftritt:</b> Mit Laternen und in festlicher Kleidung "entern" die Linzer Möhnen zum 77-Jährigen die Bühne.

<b>Toller Auftritt:</b> Mit Laternen und in festlicher Kleidung "entern" die Linzer Möhnen zum 77-Jährigen die Bühne.

Die Möhnen stehen mit Martinslaternen und neuen Kostümen auf der Bühne - Linzer Corps und jecke Wiever aus der Nachbarschaft gratulieren zum 77. Geburtstag

Linz. (khd ) 77 Jahre und kein bischen leise. Auf die Linzer Möhnen trifft das zu. Das stellten sie bei ihrer "Geburtstagsfeier" klar unter Beweis, zu der sie in neuen rostroten Kostümen mit Martinslaternen in den Saal Palm einzogen. Dabei luden sie ihre Gäste zu einer Zeitreise durch die Linzer Möhnengeschichte ein, die sie mit historischen Kostümen und den jeweiligen Karnevalsschlagern unterfütterten.

"Im Jahr 1929 wurde im Lokal Peter Wagner der Möhnenclub gegründet, dessen Elferrat Setta Goller als Präsidentin, Agnes Klever, Gretchen Ott, Agnes Schultz, Sibylla Bez, Käthe Ruß, Käthe Alfter, Adele Schmahl, Margarethe Oellig, Aenne Sabel, Margarethe Heckner und Amalie Flach angehörten", so Obermöhn Renate Weber. Währenddessen führte das dienstälteste Mitglied der Möhnen, Irmgard Homscheid, als Starmanequin das damalige "Oma-Kostüm" vor.

Auch während der NS-Diktatur gab es für die Möhnen Wieverfastelovend - und sie nahmen 1935 erstmals mit einem Wagen samt ihrer Fußgruppe vom "Bottermaat" am Rosenmontagszug teil. Ein Jahr darauf waren sie mit einer "Jungmühle" und einem "Zigeunerlager" dabei. "1939 - zum Zehnjährigen - war der letzte Rosenmontagszug in Linz vor dem Zweiten Weltkrieg", berichtete Weber.

Unterteilt wurde die Zeitreise von den Gratulationen der befreundeten Wiever-Vereine und der Linzer Corps. Dabei versetzte die "Schwere Artillerie" mit ihrem Kasperle-Theater die Gäste in Hochstimmung, ließen die Jecken doch "Eure Durstigkeit, Bürgermeister Kastenbier", Stadtmanager "Herschi" und einen schwarz-roten Stadtrat Sitzungs-Begebenheiten vortragen, deren Ähnlichkeiten mit der Realität "rein zufällig, aber gewollt" waren.

"Erst 14 Jahre alt war Ännchen Lorscheid, als sie Mitglied der Linzer Möhnen wurde. 1972 übernahm sie dann das Amt der Obermöhn von Trinchen Boden, die 1962 die Nachfolge von Setta Goller angetreten hatte", berichtete Weber, während die Gäste die dienstälteste Linzer Möhne mit anhaltendem Applaus ehrte. Bis zur Amtsübernahme von Weber hatte sie es 21 Jahre lang verstanden, das Möhnenschiff zu steuern, ohne dass es je vom Untergang bedroht gewesen wäre.