Karneval in Rhöndorf

Rolf D. Cremer ist Senatspräsident der Ziepches Jecke

Amtsübergabe bei der KG Ziepches Jecke: Auf Peter Endler (2.v.l.) folgt Rolf D. Cremer (3.v.l.) als Senatspräsident.

Amtsübergabe bei der KG Ziepches Jecke: Auf Peter Endler (2.v.l.) folgt Rolf D. Cremer (3.v.l.) als Senatspräsident.

RHÖNDORF. Er gehörte erst knapp zwei Jahren dem Senat der Karnevalsgesellschaft (KG) Ziepches Jecke an, jetzt wurde der 67-jährige Professor bereits Chef dieses Gremiums, als Nachfolger von Karl-Josef Jakobs.

Bei einem Empfang am Haus im Turm übernahm er das Amt von Peter Endler. „Du warst ein toller Präsident“, lobte Cremer im Kreise der Senatoren und des KG-Vorstands seinen Vorgänger, der vier Jahre zuvor am selben Ort „inthronisiert“ worden war. Er übernahm damals den Staffelstab von Karl-Josef Jakobs.

Auch KG-Vorsitzender Michael Staffel würdigte den Einsatz Endlers. „Er hat den Senat an die Karnevalsgesellschaft herangeführt wie vor ihm keiner." Und Peter Endler habe mit Weitblick den Senat verjüngt. Unter den 14 Senatoren ist Hans Hoitz mit 94 quasi Alterspräsident. Endler gelang es, mit Mathias Alfs, Rolf D. Cremer, Franz Gunkel und Peter Profittlich vier jüngere Mitstreiter zu gewinnen und den Altersdurchschnitt von 74 auf 70 zu drücken.

Nach vielen Auslandsjahren wieder daheim

Für den scheidenden Präsidenten unvergessen: die Kinderkarnevalsveranstaltung. Endler: „Sie mit angestoßen zu haben, das bleibt meine Erinnerung.“ Eine Herausforderung war auch die Session 2013/14, in der das Rhöndorfer Dreigestirn das Siebengebirge regierte. „In unserer Gemeinschaft herrscht ein schönes Miteinander“, so Endler, dessen Frau den Damenkreis betreute. Endler, der nun die Senatskasse verwaltet, wünschte seinem Nachfolger eine glückliche Hand. Mit Professor Cremer trete nun ein Honnefer Junge an die Spitze, der nach dem Abitur am Siebengebirgsgymnasium, Studium und Promotion ins Ausland ging. Von 1982 bis 2011 arbeitete der Sohn des Honnefer CDU-Fraktionsvorsitzenden Dieter Cremer in Asien-Pazifik. Der Höhepunkt: Er leitete die Internationale Business School in Shanghai, die in dieser Zeit Weltspitze wurde. 2013 kehrte er mit seiner Frau Heidi in seine Heimatstadt zurück.

Cremer will den Senat für Frauen öffnen

Michael Staffel meinte: „Mit Peter Endler haben wir das Siebengebirge erobert, mit Rolf Cremer erobern wir die ganze Welt.“ Der neue Präsident habe seine Wurzeln nicht verloren. „Ich bin sicher, er schafft das.“ Zuvor hatte Cremer in seiner Antrittsrede propagiert, Kontinuität zu bewahren, aber auch Neues zu wagen. „Wir wollen unsere Präsenz in Rhöndorf verstärken und sichtbarer werden – mit fleißigen Händen, findigen Köpfen, finanziellen Mitteln.“ Er dachte dabei an Brauchtumspflege und Patenschaften. Auch die Verjüngung des Senats wird für ihn ein Thema sein.

Nach dem chinesischen Sprichwort „Frauen tragen die Hälfte des Himmels“, das Cremer im Original vortrug und dann übersetzte, stieß er auch die Idee an, aus dem reinen Männer-Senat einen Mix zu machen. Denn: „Das Sprichwort gilt auch für den rheinischen Karneval.“ Franz Gunkel wird nach Endler auch Cremer als Vizepräsident unterstützen. Und KG-Präsident Udo Krahe rief ein dreifaches Alaaf aus – mitten im Frühsommer.