Prunksitzung in Linz

Stippeföttche-Alarm für den Pfarrer

Gold-Jungs: Die Tänzer von der Schweren Artillerie.

Gold-Jungs: Die Tänzer von der Schweren Artillerie.

LINZ. Prinz Baffy I. war hin und weg von der Strünzer-Narrenschar bei der Prunksitzung der Großen Linzer Karnevalsgesellschaft. Sein jeckes Völkchen bereitete dem Regenten einen tollen Empfang.

„Et is einfach en Traum, bei üch in Linz Prinz ze sin! Da nemme mir bis Aschermittwoch de Fööss nit mie vom Jaspedal!“ Prinz Baffy I. war hin und weg von der Strünzer-Narrenschar bei der Prunksitzung der Großen Linzer Karnevalsgesellschaft (GLKG). Sein jeckes Völkchen bereitete dem Regenten, der mit den Adjutanten Ralf „Shelly“ Scheid und Frank „Franky“ Keller sowie dem Musikzug der Stadtsoldaten einmarschierte, einen tollen Empfang.

Von Präsidentin Yvonne Adams-van Beeck und den „Cremeschnittchen“ am Elferratstisch war nichts mehr zu sehen, als Kommandant Markus Paffhausen mit seinen staatsen Käls Aufstellung nahm und „et Leckerche“ Svenja Müller und Tanzoffizier Sebastian „Mesi“ Mesenholl tanzen ließ. Baffy und seine „Adjus“ ernteten die erste Rakete des Abends für das Prinzenlied, und dann hieß es: „Stippeföttche-Alarm!“ Nicht nur die Tollität samt Begleiter mussten sich einreihen, auch Pfarrer Lothar Anhalt wurde auf die Bühne befohlen – Stadtbürgermeister Hans-Georg Faust hatte sich offenbar erfolgreich hinter seinem Vordermann versteckt. „Da han ich ja zehn Mal lieber ne Fronleichnams-Prozession als dat he“, gestand der Geistliche.

Musikzug sorgt für Furore

Beim Tanzauftritt zu „Macho, Macho-Man“, „Y.M.C.A“ und „In the Navy“ ging schon die Post ab, der Musikzug um Einheizer Jan-Eric Burkard ließ dann „am Himmel de Stääne danze“ und die Glocke vom „Dom zo Kölle“ prächtig klingen. Bei „Wenn et Leech usjing im Roxy“ hielt es keinen mehr auf seinem Sitzplatz. Viele standen schon auf den Stühlen, und als dann auch noch et Trömmelche jing, steppte der Bär im Saal. Da hielt es auch Prinz Baffy nicht mehr auf der Bühne. Er setzte sein Sessionsmotto „Ob links eröm, ob rächs eröm ...“ in die Tat um und feierte Fastelovend „mit vill Jeföhl mitten im Gewöhl“.

Die „Dreamboys“ aus Waldbreitbach um Baffys Schwager Frank brachten der prinzlichen Hoheit ein Abba-Potpourri mit, das keine Wünsche offen ließ. Die „Private Baffy-Banker“ der Schweren Artillerie hatten nicht nur ihre Beinkleider vergoldet, sondern brachten auch süße Gold-Dublonen und 500-Euro-Blüten unters Volk. Und als das Tanzcorps der Roten Husaren zu „Hey, loss mer springe“ performte, regneten glitzernde Schnipsel auf die Jecken nieder.

Im Programm ging es Schlag auf Schlag: „De Huusmeister vum Bundesdaach“ plauderten aus, was sich hinter den Berliner Regierungskulissen tut, Grün-Weiße Husaren, das Fanfarencorps, die Blau-Wiessen Funken und die Hunnen waren noch angekündigt.

Mit 13 Jahren schon in der Bütt

Eine donnernde Rakete startete für den erst 13-jährigen Marc Röhrig, der – unterstützt von Mutter Ilona als Souffleuse am Fuß der Treppe – in die Bütt stieg und mit seinen Familien-Verzällcher den Saal begeisterte. „Der Saal wor mucksmäuschestill, un jetz stonn se all“, lobte Präsidentin Yvonne Adams-van Beeck den jungen Eudenbacher, der natürlich Orden und Bützjer bekam. Die ausgelassenen Jecken im Saal machten auch nach dem Programm nicht Schluss: „Baffys Schlager Band“ hielt den Stimmungspegel bis lange nach Mitternacht hoch.