Laborbesuch von Karnevalisten

Beueler Stadtsoldaten bei der Rheinland-Studie

Melanie lässt einen tiefen Blick in ihre Augen zu.

Melanie lässt einen tiefen Blick in ihre Augen zu.

Beuel. Die Beueler Stadtsoldaten besuchten die Rheinland-Studie in der Zentrale am Landgrabenweg. Sie wollten erfahren, was dort eigentlich gemacht wird.

Leben Karnevalisten gesünder? Schwer zu sagen. Zumindest machen sie laut Monique Breteler eins richtig: Lachen, Tanzen und Feiern könnten auch krankheitsvorbeugende Maßnahmen sein, sagte die Leiterin der Rheinland-Studie am Samstag zu einer Gruppe von rund 50 Beueler Stadtsoldaten, die in der Zentrale am Landgrabenweg einmarschierten. Sie wollten erfahren, was dort genau gemacht wird, denn 35 von ihnen nehmen auch an besagter Studie teil.

Unter ihnen auch Pressesprecher Thomas Theuerzeit, der vor der Besichtigung gespannt und nachher überzeugt war. Er und die anderen Karnevalisten wurden durch die einzelnen Bereiche geführt, die ein Proband durchläuft. Im Labor erfuhren sie etwas über das Mikrobiom und darüber, warum man neben Urin-, Stuhl- und Blutproben auch Haare untersucht: Nicht, um sie auf Drogen zu testen, wie man meinen könnte, sondern weil sich im Haar das Hormon Cortison ablagert, was Rückschlüsse auf dessen Verteilung im Blut zulässt.

Auch Augenuntersuchungen werden durchgeführt und zum Beispiel hochauflösende Aufnahmen des Augapfels erstellt. Von einem Mitarbeiter erfuhren die Stadtsoldaten, dass die Blutgefäße im Auge denen im Gehirn ähneln – Veränderungen der Gefäße im Auge würden wahrscheinlich auch im Gehirn stattfinden. Unter anderem könnten Diabetes und Demenzen solche krankheitsmäßigen Veränderungen hervorrufen.

Die Besucher konnten einen Blick auf das MRT werfen, eine – aus der Studie genommene – Übung zur Untersuchung kognitiver Fähigkeiten testen und im Bereich Anthropometrie ihre Greifkraft messen. Alle Messergebnisse ergeben ein Gesamtbild vom Gesundheitszustand der Teilnehmer, die dafür alle drei bis vier Jahre wiederkommen. So kann auch eine Entwicklung beobachtet werden. Eine Einheit dauert sieben bis acht Stunden und kann an einem Tag absolviert oder über mehrere Tage verteilt werden.

Bei allem Jeckentum sei man auch in der Lage, Dinge ernstzunehmen, sagte Kommandant Hans Hallitzky zu Beginn. Als Beueler wolle man die Studie, wenn sie sich schon auf der Schääl Sick niedergelassen hat, unterstützen. Zudem, erklärte Theuerzeit, wollen die Karnevalisten helfen, die Studie mehr ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rufen. Denn was die Teilnehmerzahl angeht, besteht laut Mitarbeiterin Gudrun Kinxel noch Luft nach oben.

Man könne das Konzept diskutieren, nach dem nur Menschen, die eingeladen wurden, als Teilnehmer zugelassen werden – man kann also nicht einfach als Interessierter, der die Plakate der Studie gesehen hat, zum Beispiel zur Filiale in Duisdorf gehen. Aber derzeit ist das eben so, und da hoffe man, dass sich noch mehr Eingeladene melden. Eine Einladung würden nach und nach alle Menschen ab dem 30. Lebensjahr erhalten.

Für Monique Breteler brachte der Tag auch etwas Neues: Der Karnevalsorden, den ihr die Beueler Stadtsoldaten überreichten, sei ihr erster, sagte sie.