Brillengestell zerbricht beim Wettwaschen in Pützchen

07.02.2011 Sie kämpften tapfer, doch gegen die Übermacht der Beueler Wäscherinnen konnten sich die Männer vom 1. Beueler Häärekomitee beim Wettwaschen nicht behaupten. Zum 13. Mal forderten die Männer Wiever aller Beueler Damenkomitees zum Nahkampf an der Waschbütt heraus.

Pützchen. Sie kämpften tapfer, doch gegen die Übermacht der Beueler Wäscherinnen konnten sich die Männer vom 1. Beueler Häärekomitee beim Wettwaschen nicht behaupten. Zum 13. Mal forderten die Männer Wiever aller Beueler Damenkomitees zum Nahkampf an der Waschbütt heraus.

500 Jecken wollten sich das Spektakel im Pfarrzentrum Pützchen nicht entgehen lassen. Im symbolträchtigen Hauptkampf gegen Wäscherprinzessin Jenny I. traten Stefan Wolf, Vorsitzender des 1. Beueler Häärekomitees, und Guido Déus, stellvertretender Beueler Bezirksbürgermeister, siegesgewiss an die Bütt. Zunächst sah es so aus, als ob das Team ihrer Lieblichkeit geschwächt wäre. "Wir müssen leider aus Krankheitsgründen auf unsere Wäscherin Sarah Kleineidam verzichten", erklärte Vize-Obermöhn Ina Harder.

An Kleineidams Stelle stieg sie zusammen mit Wäscherin Sarah Pohl selber an die Bütt. Déus und Wolf kämpften. Sie schreckten selbst vor Sabotage nicht zurück, versuchten Pohl nasse Büstenhalter über den Kopf zu stülpen, raubten das eine oder andere frisch gewaschene Höschen und mussten sich sogar leicht verletzt geschlagen geben. Im feuchten Gerangel an der Bütt ging Déus Brille zu Bruch, an der Nase trug er einen langen blutenden Kratzer als Kriegsverletzung davon.

Die Jury war sich einig, wer so unfair kämpft, muss mit der einen oder anderen Schramme rechnen. Unterwürfig nahm das Spitzenteam der Herren die Niederlage heldenhaft hin und bezeugte bei der Ordensübergabe durch tiefe Kniefälle vor ihrer Lieblichkeit ihren Respekt. Auch in den folgenden Kämpfen konnten sich die Männer unter anderem gegen LiKüRa-Prinzessin Wencke I. nicht durchsetzen. Prinz Christoph I. und Bonna Karin IV. statteten der mitunter an ein ritterliches Turnier erinnernden Veranstaltung ihren Besuch ab. Auftritte der KG Sternschnuppen 1890 Bonn, der Hoppebienchen sowie Harry und Chris rundeten den Abend im Programm ab.

Limperich. In einen zünftigen Bauernhof hatten die Jecken der KG Rot-Weiß Limperich 1956 Samstagabend die Aula des Kardinal-Frings-Gymnasiums verwandelt. "De Hackesbuure sin widder do!" prangte in großen Lettern über der Bühne. "Damit erinnern wir an einen der letzten großen Limpericher Bauern", erklärte Pressesprecher Gary Smilie. Noch vor Beginn des eigentlichen Programms haben das Kindercorps der LiKüRA-Ehrengarde und das Tanzcorps KG Teddybären dene etwa 300 Gästen eingeheizt.

Zum Einzug von Sitzungspräsidentin Mirjam Kroczek war das jecke Jeschmölz in bester Stimmung. "Wir sind sehr froh, wieder in dieser Aula feiern zu dürfen. Sie ist für unsere Zwecke einfach optimal", stellte Smilie zufrieden fest. Ganze Tischreihen würden mittlerweile von immer wieder kommenden Stammgästen gebucht, erklärte er. Nicht nur Narren aus LiKüRa schätzen die liebevoll gestaltete Prunksitzung. "Viele Gäste kommen von außerhalb", so Smilie.

Geboten wurde ein abwechslungsreiches Programm mit Auftritten der Ehrengarde Siegburg samt Musikzug, dem Duo "Knubbelfutz un Schmalbedaach", dem Sänger "Die kölsche Schlabberbotz" und dem zauberhaften Büttenredner "Schmitz-Backes". Selbstverständlich hat auch LiKüRa-Prinzessin Wencke I. mit dem Tanzcorps und Musikzug der LiKüRa-Ehrengarde ihren Weg in die Aula gefunden. "Dä Tuppes vum Land", Werner und Dodo, die Musikgruppe "Los Rockos" und das Tanzcorps KG Seine Tollität Luftflotte 1926 rundeten den Abend ab.

Beuel-Mitte. Erst wenige Stunden war Wäscherprinzessin Jenny I. in Amt und Würden, da stand bereits der erste große Termin für ihre Lieblichkeit an. Am Morgen nach ihrer Proklamation (der GA berichtete) lud der Schiffer-Verein Beuel die Tollität zum Begrüßungsumtrunk ans Nepomukdenkmal am Beueler Rheinufer ein. Gemeinsam mit ihren Wäscherinnen Sarah Pohl und Sarah Kleineidam, der Vize-Obermöhn Ina Harder, den beiden Bützoffizieren Karlheinz Honrath und Dieter Müller und dem Damenkomitee in der Turn und Sportvereinigung Bonn rechtsrheinisch machte Jenny I. dem Heiligen Nepomuk, dem zweiten Schutzpatron des Schiffer-Vereins, ihre Aufwartung.

Einen entspannteren Termin hätte sich Jenny I. für ihren Veranstaltungsreigen kaum aussuchen können. In gemütlicher Runde blickte man gemeinsam auf die kommenden ereignisreichen dreieinhalb Wochen und spekulierte mitunter über die Verteidigungstaktik der Herren beim kommenden Rathaussturm an Weiberfastnacht. (Von Frank Auffenberg)