Die Chefin dankt nach 33 Sessionen ab

Marion Jülich reicht den Kommandantenstab über das Tanzcorps der LiKüRa-Ehrengarde aus Beuel an Tatjana Barnjakovic weiter - Eine gute Planung ist das A und O

Beuel. Sie als Vollblutkarnevalistin zu bezeichnen, wäre nicht wirklich verkehrt. Denn wer wie Marion Jülich mit drei Jahren an der Kommandantenhand von Papa Ferdi im Zoch mitgeht und seitdem nicht vom jecken Bazillus loskommt, der hat diesen Titel wohl verdient.

Außerdem hört die 35-Jährige diese Bezeichnung lieber, als den Titel, der ihr aus den eigenen Reihen der LiKüRa-Ehrengarde zugedacht worden ist. "Da heißt es immer: »Die Chefin kommt«", sagt Jülich lachend.

Doch nach 33 Sessionen und mehr als zehn Jahren als Kommandantin des Tanzcorps der Ehrengarde ist Schluss mit der heimlichen Regentschaft. Jetzt wurde Jülichs Nachfolgerin Tatjana Barnjakovic als neue Kommandantin in ihr Amt eingeführt.

"Mir ist alles einfach zuviel geworden, zumal ich auch noch im LiKüRa-Festausschuss und im Ortsausschuss Limperich aktiv bin", sagt Jülich. Die Folge: Das Privatleben blieb auf der Strecke. "Denn mit Kinder-, Mariechen- und Tanzcorps gilt es, drei Gruppen zu betreuen", erläutert Jülich.

Anziehsachen aussuchen, Musik wählen, Auftritte an Land ziehen, das Training organisieren sowie Kleine und Große bei Laune halten sind nur einige Aufgabenfelder einer Kommandantin.

Als Jülich 1992 das Tanzcorps übernahm, musste sie zunächst Aufbauarbeit beim Nachwuchs leisten. "Damals haben hier nur noch acht Kinder getanzt, und sämtliche Kostüme und Uniformen waren vermodert", sagt Jülich.

Mit Handzetteln, die sie im LiKüRa-Zug verteilen ließ, warb sie um neue Tanzmariechen. Eine dieser Neuen war Barnjakovic. "Ich hab am Straßenrand den Zettel in die Hand bekommen und gedacht: Toll, die suchen, und ich will", sagt Barnjakovic.

Auch sie ist schon in der elften Session als Aktive im Tanzcorps dabei. Zwei Jahre lang hat Jülich ihre Nachfolgerin angelernt. "Die Wahl fiel auf Tatjana, weil sie von Anfang an großes Engagement gezeigt hat", so Jülich.

Eines, so gibt die 25-jährige neue Kommandantin zu, habe sie erst lernen müssen: die Verlässlichkeit. "Der Verein hat immer Vorrang, deshalb ist eine gute Planung das A und O." In der nächsten Zeit wird die angehende Grundschullehrerin noch Unterstützung von Jülich erhalten.

Während Barnjakovic auf der Bühne tanzt, übernimmt Jülich als Ehrenkommandantin die Arbeit am Mikro. Außerdem sitzt Jülich als Schriftführerin im geschäftsführenden Vorstand und will ihre Erfahrung auch weiterhin allen Corps der LiKüRa-Ehrengarde zur Verfügung stellen.

Ansonsten aber zeichnet sich jetzt Barnjakovic alleinverantwortlich als Herrin über 35 große und kleine Tänzerinnen. "Mein Hauptziel ist, das Niveau, das Marion geschaffen hat, erstmal zu halten." Und wer weiß, vielleicht folgt die Kommandantin ihrem Vorbild noch auf einem anderen Gebiet in die Fußstapfen. Denn 1993 war Jülich die 42. LiKüRa-Prinzessin.

Wer Interesse hat, die Arbeit des Tanzcorps näher kennen zu lernen, kann sich bei Tatjana Barnjakovic unter der Rufnummer (02 28) 46 39 87 melden.