Proklamation des Kinderprinzenpaares Elias I. und Joanna I.

Kaum im Amt fliegen in Vilich-Müldorf erste Kamelle

Das neue Kinderprinzenpaar und seine Pagen stellen sich den Kindern in der Mühlenbachhalle vor und versorgen sie mit Kamelle.

Das neue Kinderprinzenpaar und seine Pagen stellen sich den Kindern in der Mühlenbachhalle vor und versorgen sie mit Kamelle.

Vilich-Müldorf. Zwei Geislarer bilden in dieser Session das neue Kinderprinzenpaar in Vilich-Müldorf: Prinz Elias I. (Rüsch) und Prinzessin Joanna I. (Schlecht). Von ihren Vorgängern, Emma Nickel und Philipp Günther, bekamen sie am Samstagnachmittag auf einem roten Samtkissen ihre Insignien überreicht.

Alles klappte in der gut gefüllten, karnevalistisch geschmückten Mühlenbachhalle wie am Schnürchen, doch ausgerechnet die neuen Orden fehlten. „Da hat uns der Ordenslieferant draufgesetzt“, sagte Astrid Bender vom Bürgerverein und zauberte ein paar Ersatzorden aus bedrucktem Karton hervor.

„Die werden so schnell wie möglich gegen die richtigen Orden ausgetauscht“, versprach sie dem jungen, neuen Prinzenpaar. Und natürlich auch dem scheidenden, die zusammen mit den neuen Pagen zuerst die neuen Orden bekommen sollten.

Bei Thomas Biedermann, dem Vorsitzenden des Bürgervereins, mussten Elias und Joanna ihr Gelöbnis ablegen. Unter anderem gelobten sie, ab sofort die jecken Oberhäupter von Vilich-Müldorf zu sein und viele Kamelle zu werfen. Das konnten sie danach schon mal üben und von der Bühne aus die wartenden Kinder damit bewerfen.

„Aber das Rufen“, meinte Biedermann zu den Kindern vor der Bühne, „das muss viel lauter werden. So bekommt ihr beim Karnevalsumzug nichts.“ Zu guter letzt stellten Elias und Joanna ihr Karnevalslied vor. Zur Melodie von „Die Piraten sind frei“ gibt es einen neuen Text mit „Dreimol Müldorf, ahoi“. Dafür bekamen sie auch prompt die erste Rakete der neuen Session.

Pagen des neuen Kinderprinzenpaares sind Mattis Nickel und Emilia Klumbies. Mit ihnen steht so bereits das nächste Kinderprinzenpaar fest. Denn beim Bürgerverein Vilich-Müldorf, der jedes Jahr das Kinderprinzenpaar auswählt, ist es alter Brauch, dass die Kinder zuerst Pagen sein sollen, bevor sie gekrönt werden können.

„Dann haben sie den Karneval schon sehr gut kennengelernt, und sie fühlen sich sicherer“, sagte Astrid Bender. Übrigens bleibt auch in der kommenden Session die Karnevalswürde in der Familie Nickel, denn die scheidende Kinderprinzessin Emma ist die ältere Schwester von Mattis. „Doch dann ist Schluss“, meinte der Vater der beiden dazu.

Joanna erzählt stolz, dass sie bereits viele Jahre in der Prinzengarde mit Begeisterung getanzt habe und dass es schon lange ihr Wunsch gewesen sei, Kinderprinzessin zu werden. Bei Elias war es anders: Er musste den Karneval erst einmal kennenlernen. Inzwischen ist er Feuer und Flamme für seine Prinzenrolle. 20 bis 30 Auftritte in und um Bonn herum warten jetzt auf die beiden, die in nagelneuen Ornaten auftreten dürfen. Ein Sponsor hat das möglich gemacht.