Karneval in Bonn

Mädche-un-Jonge-Sitzung im Beueler Brückenforum

Annäherung an der Mauer: Die Sitzung im Brückenforum lebt von Foppereien zwischen den Geschlechtern.

Annäherung an der Mauer: Die Sitzung im Brückenforum lebt von Foppereien zwischen den Geschlechtern.

BEUEL. Bei der Mädche-un-Jonge-Sitzung im Brückenforum müssen die Herren sich mit der kleineren Saalseite zufrieden geben. Männlein und Weiblein trennt bis 22 Uhr eine Mauer.

Alles hat zwei Seiten – ein Gemeinplatz, der für die Mädche-un-Jonge-Sitzung im Brückenforum ganz besonders zutreffend ist: Zu Beginn der bunten Mischung aus Karnevalssitzung und Party teilt nämlich eine Mauer den Publikumsbereich in einen Bereich für Männer und einen für Frauen auf. Neben dem Saal hat aber auch die Einstellung der Teilnehmer zwei Seiten: Die einen finden es durchaus positiv, dass die Männer mit nur einem Drittel der Teilnehmer deutlich in der Minderzahl sind, die anderen bedauern diese Tatsache zutiefst.

Wer nun aber glaubte, dass die Meinungen zu diesem unproportionalen Verhältnis mit dem Geschlecht korrespondierten, sah sich getäuscht: Es gab nämlich auf beiden Seiten der Mauer befürwortende und ablehnende Stimmen. Wie viele Männer anwesend seien, interessiere sie nicht im geringsten, erzählte zum Beispiel die als Nonne gewandete Rebecca, während sie mit ihrer als Minnie Maus verkleideten Freundin Katja auf den Einlass wartete.

Sie wolle – wie es sich für eine Ordensschwester gehöre – selbstverständlich keine Männer kennenlernen, sondern nur das Bühnenprogramm genießen, erläuterte die junge Frau. Ihr maliziöses Lachen konnte allerdings leichte Zweifel an der Ernsthaftigkeit ihrer Aussage aufkommen lassen. „Das sehe ich aber ganz anders“, entgegnete Minnie: „Ich hoffe, dass die wenigen anwesenden Männer wenigstens besonders nett sind.“

Recht weit hinten im Männerbereich hatten Christian und Flo mit Freunden gerade das erste Pittermännchen des Abends angezapft. „Das ist echt schade“, meinte Flo. „Der Männerbereich ist doch mit nur einem Drittel ziemlich klein zum Feiern.“ „Mensch Alter – da haben wir doch nachher vielmehr Auswahl, wenn ab zehn Uhr die Mauer fällt“, erinnerte ihn sein Fußballkumpel.

Jedenfalls hatten die Organisatoren die Lage vorhergesehen und bereits im Vorfeld reagiert: Die größere rechte Saalseite vor der Bühne gehörte in diesem Jahr den Damen, während sich die Herren mit der kleineren linken zufrieden geben mussten.

Hausherr Jürgen Harder nahm es gelassen, obwohl er nach eigener Aussage im Foyer „wie ein Luchs“ darauf achtete, dass niemand zu früh die Seite wechselte: „Offenbar sind die Beueler Männer so interessant, dass immer mehr Frauen den Weg zu uns finden.“ Die Gäste beiderlei Geschlechts genossen im ausverkauften Saal die Kabbeleien von Frauen-Moderatorin und Obermöhn Ina Harder und ihrem für die Männer zuständigen Bühnen-Kollegen Rico Fenoglio. Das Programm war wie immer hochklassig: Nach dem Start mit der Sitzungskapelle Köbesse unterhielten Linus, Querbeat, die Fauth Dance Gentlemen, die Funky Marys, Miljö und Big Maggas das Publikum.