Proklamation

Mareike Piontek wird zur Liküra-Prinzessin gekrönt

Mareike Piontek in ihrem heimischen Wohnzimmer, in der Hand einen Ballon mit dem Titel, den sie am Samstag endlich haben wird.

Mareike Piontek in ihrem heimischen Wohnzimmer, in der Hand einen Ballon mit dem Titel, den sie am Samstag endlich haben wird.

Beuel. Nur noch wenige Tage, man könnte fast die Stunden zählen, dann ist es für Mareike Piontek so weit: Dann wird die 25-Jährige zur Liküra-Prinzessin Mareike I. gekrönt. „Gekrönt – und nicht proklamiert“, sagt sie mit Betonung und wiederholt: „Eine Liküra-Prinzessin wird gekrönt.“

Doch bis es am Samstagabend um 21.15 Uhr im Kameha so weit ist, werden Anspannung und Nervosität steigen, geht sie ihre Rede noch x-mal im Kopf durch. „Die Nervosität vor den Auftritten, die gehört einfach dazu“, sagt sie. „Doch stehe ich, wie am 11. November in Bonn auf dem Marktplatz, oben auf der Bühne, da ist sie wie weggeflogen.“

Auf ihren Krönungstag hat Mareike Piontek jahrelang hingefiebert. Sie, das Mädchen aus Ramersdorf, war sich eigentlich immer sicher, dass sie einmal das Krönchen der Prinzessin derer von Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf auf dem Kopf tragen wird. Spätestens als sie im Jahr 2000 Liküra-Kinderprinzessin war, hatte sie dieses Ziel vor Augen. Und als dann am 14. Mai 2017, an dem sie als Wahlhelferin zur Landtagswahl in einem Stimmlokal in Oberkassel saß, der Anruf kam, dass sie es sein wird, die gekrönt wird, kamen ihr die ersten Freudentränchen. Seit diesem Tag hat sie positiven karnevalistischen Stress, seit diesem Tag laufen die Vorbereitungen für die kurze Session auf Hochtouren.

„Liküra – vun Hätze jeck un kunterbunt, mir fiere zesamme zu jeder Stund!“, lautet Mareikes Sessionsmotto, das sie mit ihrem Vater und einer Freundin in wochenlanger Feinarbeit definiert hat. „Was möchte ich ausdrücken und wie formuliert man dies?“, waren ihre Kriterien. Sie drückt damit alles aus, was mit ihr zu tun hat, was ihr lieb und teuer ist. In mehreren Vereinen zu sein, das bezeichnet Mareike als eines ihrer Hobby. Das monatliche Treffen mit den Damen vom Damenkomitee, die Vorbereitungen der Mädchensitzungen, auch die Ausflüge, das bedeutet ihr viel. Und bei den ‚Badeperlen‘, einer Showtanzgruppe des Damenkomitees, tanzt sie mit Begeisterung mit – nur diese Session nicht. „Wir sind nicht die allerbesten, aber wir haben viel Spaß dabei“, sagt sie über die Perlen.

75  Auftritte

Aber auch der Schützenverein liegt ihr am Herzen. Ihr Opa hat sie in früher Jugend mitgenommen und er ist heute noch ihr großer Lehrmeister, wenn es mit dem Luftgewehr um Punkte geht. Fünfmal war sie bereits Schülerprinzessin, die beste von den Jungschützen. Sie reizt es, sich zu konzentrieren und sofort die Quittung zu bekommen, ob sie gut oder schlecht war. Und ganz zum Schluss erwähnt Mareike fast in einem Nebensatz, dass sie auch gerne wandert, nicht nur um den Häuserblock in Ramersdorf. 50 Kilometer ist sie in diesem Sommer beim Rhein-Ahr-Marsch von Remagen bis nach Rheinbach gegangen. Hut ab, eure Lieblichkeit!

Ihr Beruf ist ‚Stadtsekretärin‘ bei der Stadt Bonn. 2015 hat sie ihre Ausbildung abgeschlossen. Sie ist im Personalwesen des Schulamtes tätig, in einer „Wunschposition“, wie sie selber sagt. „Ich gehe jeden Tag gerne zur Arbeit“ – eine klare Aussage. Derzeit muss sie viel koordinieren. Die Arbeit in Gleitzeit mit den Karnevalsterminen gilt es unter einen Hut zu bringen. Immerhin warten 75 Auftritte auf Mareike und ihr Team. „Für die knallharten Wochen nehme ich mir Urlaub“, kündigt sie an. Ihr ist, sagt sie abschließend, so eine kurze Session lieber. „Ein Termin jagt dann zwar den nächsten, aber es entstehen keine Wartezeiten.“

Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Rede steht, Begleiterinnen (Melanie Piontek und Theresa Krämer) und Adjutantin (Diana Schoroth) sind bereit, das Kleid passt auch noch nach den Weihnachtstagen, Orden sind fertig – der große Tag, die Krönung, kann kommen.