„Kaassl, du herrlich Stadt am Rhein“

Weibersitzung in Oberkassel

Die kleinen Tanzmariechen der Nixen vom Märchensee eroberten schnell die Herzen der anwesenden Mütter und Frauen.

Die kleinen Tanzmariechen der Nixen vom Märchensee eroberten schnell die Herzen der anwesenden Mütter und Frauen.

Oberkassel. Etwas 100 kostümierte Frauen feierten im evangelischen Jugendheim in Oberkassel eine ausgelassene Weibersitzung.

Die erste „Rakete“ auf der Weibersitzung der Nixen vom Märchensee ging am Samstag im evangelischen Jugendheim in Oberkassel an die Männer von American Dream vum Rhing. Die zehn Herren, deren Tanz- und Akrobatikaufführungen überwiegend auf Damensitzungen bejubelt werden, gehörten mit Plüschprumm alias Ralf Laubenthal und den Schäl Pänz aus Niederzissen zu den einzigen Showteilen der Weibersitzung, die nicht von den fünfzehn Köpfe zählenden Nixen aus Oberkassel selber gestaltet wurden.

„Der Reiz unserer Sitzung liegt in der Regel darin, dass wir keine Showacts von außen bekommen, sondern dass die meisten Stücke von uns selber inszeniert werden“, sagte Nixe Nadine Rosbach. Das ganze Jahr über sind die Märchensee-Nixen mit der Auswahl und dem Einüben ihrer Sketche, Tanzeinlagen und Büttenreden beschäftigt. Getreu ihrem Motto, „anderen Leuten Freude zu bereiten, ist uns selbst die größte Freude“, gelang es auch in diesem Jahr, den mit etwa 100 kostümierten Frauen komplett besetzten Saal des Jugendheims zum Kochen zu bringen. Und das nicht nur der scheinbar nicht auszuschaltenden Heizung wegen.

Kölner Männerballett brachte den Saal zum Toben

Nach dem Einmarsch des Nixen-Damenkomitees und der Begrüßung durch Präsidentin Melanie Menzel eröffneten traditionell die kleinsten Nixen, das Kindertanzcorps vom Märchensee, die Sitzung. Zu fetziger Musik und mit einer ebenso flotten Choreografie von Christa Obermeier konnten die kleinen Tanzmariechen im Alter von vier bis zehn Jahren schnell die Herzen der anwesenden Mütter und Frauen erobern. Als dann jedoch die zehn schon erwähnten Herren des Kölner Männerballetts auftraten, hielt es einige Frauen nicht mehr auf den Stühlen. Als die ersten Rufe, „Ausziehen!“ die Bühne erreichten, schallte es mit „Umtrekken!“ zurück. Und schon wechselten die Jungs unter lautem Gejohle ihre Kostüme.

Feierlicher wurde es dagegen beim Einzug von Wäscherprinzessin Franzi I. (Sprenger), die sich mit ihrem Gefolge die Ehre auf der Oberkasseler Bühne gab. Regina Wolf und Gudrun Everhartz hatten die Lacher auf ihrer Seite, als die eine der anderen in einem Sketch beizubringen versuchte, dass sie auf einer Baustelle noch einmal ganz von vorne anfangen müssten. Auch danach gaben sich die Nixen die Hand auf der Bühne. So tanzten Dick und Doof zum Hardrock von AC/DC und fünf Frauen erzählten von ihren schrägen Erlebnissen auf einem Flug in den Urlaub. Urkomisch auch die beiden Frauen, die im Beisein des Kellners darüber diskutierten, wie viel Trinkgeld man ihm geben sollte. Und vor Gericht antwortete die Angeklagte jeweils mit einem Lied auf die Fragen der Richterin. Es verstand sich von selbst, dass auf die Frage, „Wo kommen sie denn her?“, der ganze Saal mit dem Lied „Kaassl, du herrliches Städtchen am Rhein“ antwortete.