Karneval im Brückenforum Beuel

Zurück zum klassischen Kneipenkarneval

Party der Flüssigen im Foyer des Brückenforums.

Party der Flüssigen im Foyer des Brückenforums.

Beuel. Mehr als 300 Besucher kommen zur fröhlichen Party der Gesellschaft „Die Flüssigen“ ins Foyer des Brückenforums. Die Karnevalisten verzichten bewusst auf eine große Sitzung. Prinz und Bonna kommen trotzdem vorbei.

„Wir starten heute in die fünfte Jahreszeit“, sagte Eva Bauckhage, Präsidentin der KG „Die Flüssigen“ am Samstag. So kurz nach Weihnachten und dem Jahreswechsel seien alle Leute noch gestärkt und voller Elan. Gestartet wurde mit einer Karnevalsparty im Foyer des Brückenforums, ihrer achten jecken Party der noch jungen Geschichte dieser Karnevalsgesellschaft. Party und nicht Sitzung, dafür stehen die Flüssigen. „Wir machen Party, und wir gehen am Rosenmontagszug mit – das sind unsere karnevalistischen Highlights des Jahres“, erklärt die Präsidentin. „Wir möchten absichtlich klein bleiben. Sitzungen sollen die großen Gesellschaften machen.“ Immerhin hat die KG, die es erst seit zwölf Jahren gibt, bereits knapp 200 Mitglieder. Mit dem Partykarneval haben die Flüssigen einen Weg abseits des klassischen Sitzungskarnevals gefunden, der inzwischen bei einigen KGs zum Trend geworden ist. Mehr als 300 Besucher, sowohl im letzten als auch in diesem Jahr, bestätigten diesen Trend.

„Wir wollen eigentlich zurück zum klassischen Kneipenkarneval“, erklärt Bauckhage. „Wir waren einige Jahre bereits in Kneipen gewesen. Doch in Anbetracht der Situation um Traditionskneipen in Bonn sind wir froh, dass uns Jürgen Harder, der Geschäftsführer des Brückenforums, dieses Foyer im letzten und in diesem Jahr zur Verfügung gestellt hat“. Vielleicht, ergänzt sie, sei man im kommenden Jahr wieder in einer Kneipe. Einer der neun Senatoren der „Flüssigen“ ist Martin Dinier, ehemaliger Siebengebirgsprinz. Dinier, aus Oberkassel, war Vizepräsident der KG Kaasseler Jonge und kannte einige Mädels, die „Die Flüssigen“ gegründet haben, vom Oberkasseler Tambourcorps. Drei der vier Männer der Mundartband „De Anjeschwemmte“ aus Oberkassel sind ebenfalls Senatoren der Flüssigen. Und noch ein Oberkasseler muss an dieser Stelle erwähnt werden: Sebastian Freistedt, der Vorsitzende des Heimatvereins Oberkassel, ist das einzige männliche Vorstandsmitglied der Flüssigen. „Dennoch“, sagt Bauckhage, „wir sind eine Bonner Karnevalsgesellschaft“.

Bonner Prinzenpaar zu Besuch

Der Besuch vom Bonner Prinzenpaar, Prinz Dirk II. (Vögeli) und Bonna Alexandra III. (Roth), war der erste Programmpunkt der langen Partynacht. „Mit dieser geilen Karnevalsparty“, so Dirk, „habt ihr ein Kontrastprogramm zwischen ‚fiere und studiere‘ geschaffen.“ Denn „Loss mer fiere un studiere“ lautet das Motto der diesjährigen Bonner Karnevalssession, eine Mischung aus 190 Jahren Bonner Karnevalsumzug und dem 200. Geburtstag der Uni Bonn.

Das Prinzenpaar musste zwar schnell weiter zur Krönung der Liküra nach Ramersdorf, doch sie versprachen, in zivil wiederzukommen. Der zweite Programmpunkt wurde passend zur Wasserstandsmeldung des Rheins angekündigt: „Da wurden uns vier Männer angeschwemmt“, sagte Eva, als sie „De Anjeschwemmte“ auf die Bühne bat. Passend zum Motto hatten die vier anfangs Doktorhüte auf. Das Duo „The Real Safri“ begeisterte mit ihren Trommeln die Besucher, und fehlen durften auch in diesem Jahr nicht die „Unkeler Ratsherren“, die als letzter Programmpunkt der Party richtig für Stimmung sorgten.