Oberbürgermeister Ashok Sridharan als Zeuge

Das Bonner Prinzenpaar vor närrischem Gericht

Prinzenpaar steht vor Gericht - Staatsanwalt Andreas Lorscheid verliest die Anklageschrift.

Prinzenpaar steht vor Gericht - Staatsanwalt Andreas Lorscheid verliest die Anklageschrift.

Bonn. Der Prinz und die Bonna landeten wegen "Entführung" vor Gericht. Als „Sachverständigen“ hatte das hohe Gericht Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan geladen.

Mit „Printemännern“ würde sich Alexandra gar nicht einlassen. „Die sind gar nicht mein Geschmack. Auch wenn sie keine Widerworte geben“, konterte sie energisch als Staatsanwalt Andreas Lorscheid die Anklageschrift verlas. Gemeinsam mit Prinz Dirk soll die Bonna den amtierenden Landgerichtspräsident Stefan Weismann aus seinem Büro am Aachener Gericht entführt haben um ihn nach Bonn zu verschleppen. Hier hätten sie ihn in eine kleine, schmucklose Kammer gesteckt und ihm eine schier unmenschliche Aufgabe zugewiesen. Denn Weismann sollte dafür sorgen, dass am Bonner Landgericht ein funktionierendes elektronisches Aktenverwaltungssystem eingeführt wird. Entführung, Ausbeutung sowie schwere Verletzung der Menschenrechte warf Lorscheid den Bonner Tollitäten daher vor. Gestern fand der Prozess vor dem Bonner Landgericht statt. Kein geringer als das damalige Opfer selbst leitete als Richter das Verfahren.

Als „Sachverständigen“ hatte das hohe Gericht Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan geladen. Der drehte den Spieß jedoch herum. „Der Präsident soll doch froh sein, dass er aus dem traurigen, tristen und langweiligen Aachen entführt wurde und nun hier in Bonn ist. Besser hätte er es doch gar nicht treffen können“, entgegnete er dem Staatsanwalt. Allerdings forderte er den Richter auf, bei der Urteilsfindung auch zu berücksichtigen, dass er seit Tagen von Prinz und Bonna gestalkt werde. „Egal wo ich auftauche. Kaum bin ich bei einem Termin, schon tauchen sie ebenfalls auf. Die verfolgen mich regelrecht“, beklagte er sich. Außerdem würden sie ihm seit Tagen drohen. „Die wollen mein Haus besetzen“, ängstigt er sich.

„Hier werden die Tatsachen verdreht“

Die Verteidigung der Tollitäten hatte die Präsidentin des Festausschusses Bonner Karneval höchstpersönlich übernommen. Sie hatte dafür eigens einen Abendkurs in Jura besucht. „Hier werden die Tatsachen verdreht“, empörte sich Marlies Stockhorst. „Die Bonna wurde mit dem Versprechen nach Aachen gelockt, dass sie dort ein Leben lang Printen essen darf“, entgegnete sie dem Staatsanwalt. Dabei sind die süßen Lebkuchenstangen noch nicht einmal nach dem Geschmack von Alexandra III. „Ich mag weder Printen, noch mag ich Printemänner“, stimmte sie ihrer Präsidentin zu.

Licht ins Dunkel konnte schließlich nur ein Telefongespräch mit dem Landgericht in Aachen bringen. Dabei erzählten die ehemaligen Kollegen von Stefan Weismann, dass dieser damals durchaus freiwillig nach Bonn gegangen sei. Als Wiedergutmachung forderten sie jedoch, dass ihm der Oberbürgermeister in der Bundesstadt nur subsidiären Schutz ohne Familiennachzug gewähren soll.

Staatsanwalt Lorscheid beantragte schließlich, dass Prinz und Bonna bis Aschermittwoch bei Wasser und trockenen Printen nach Aachen verbannt werden. Allerdings sei die Strafe zur Bewährung auszusetzen, schlug er schließlich vor. Dieses Strafmaß sah das Gericht dann doch als zu hart an. Vielmehr werden Gerichtspräsident und Tollitäten an Aschermittwoch gemeinsam am Veedelszoch in Monschau teilnehmen. „Und ich besorge die Durchfahrtsgenehmigung“, gab sich Richter Weismann am Ende versöhnlich.