Ein schwerer Unfall

Das ist die Rosenmontagsbilanz von Polizei und Stadt in Bonn

In der Nähe der Marienschule haben die Ordnungshüter besonders viel zu tun. Hier ereignete sich auch der Unfall des Wagenbegleiters, der verletzt ins Krankenhaus musste.

In der Nähe der Marienschule haben die Ordnungshüter besonders viel zu tun. Hier ereignete sich auch der Unfall des Wagenbegleiters, der verletzt ins Krankenhaus musste.

Bonn. War die Lage zu Beginn des Rosenmontagszugs in Bonn für die Polizeikräfte noch sehr ruhig, mussten die Einsatzkräfte zum Ende hin öfter eingreifen. Zudem gab es einen schwereren Unfall.

Polizei-Einsatzleiter Klaus Kapellner zog, nach der Bilanz gefragt, den Vergleich mit dem Wetter: „Zu Beginn hatten wir viel Sonnenschein, zum Schluss kamen dunkle Wolken und etwas Regen hinzu“, sagte er nach Abschluss des Rosenmontagszuges beim Resümee der Organisatoren und Sicherheitskräfte.

Insgesamt hat Bonn demnach einen reibungslosen und – fast – unfallfreien Rosenmontag erlebt. Gut 250.000 Menschen säumten die Strecke zwischen Start und Ziel.

Die positive Bilanz friedlich feiernder Jecken beim Rosenmontagszug wird getrübt durch die Menge an alkoholischen Getränken und Zigaretten, die das Stadtordnungsamt bei Jugendlichen sichergestellt hat. 20 Mitarbeiter konzentrierten sich vornehmlich auf Kontrollen zum Jugendschutz.

550 Flaschen hochprozentiger Alkohol ausgeleert

Sie sprachen laut Presseamt rund 550 Jugendliche an, bei denen rund 500 Flaschen (2017: 420) hochprozentiger Alkohol sowie acht Flaschen Wein und Sekt gefunden wurden, den die jungen Leute ausleeren mussten. 30 Mal wurden Zigaretten eingezogen (2017: 14). Sieben stark betrunkene und hilflose Jugendliche wurden Sanitätern übergeben und von den Eltern abgeholt.

Erhöhter Alkoholkonsum war der Schwerpunkt der 26 Einsätze des städtischen Rettungsdienstes sowie der 33 Einsätze der Sanitätsdienste, die durch die Hilfsorganisationen gestellt wurden. Die Anzahl der Verletzungen durch Glasscherben gingen laut Presseamt verglichen zum Vorjahr zurück.

Mit etwas Aufregung werden auch jene zwölf Leute an den Rosenmontag '18 zurückdenken, deren Autos dem Zug den Weg versperrten und deshalb abgeschleppt werden mussten.  Und auch ein Wagenbegleiter hatte Pech: Er geriet nahe der Marienschule mit einem Bein unter den Reifen eines Traktors. Mit einem Rettungswagen musste er zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden. Der Mann liegt im Krankenhaus.

Polizei spricht 52 Platzverweise aus

Insgesamt 52 Personen haben zum Bonner Rosenmontagszug einen Platzverweis erhalten, teilte die Polizei-Pressestelle am Dienstag mit. Gegen 36 hatte die Polizei bereits im Vorfeld ein Bereichbetretungsverbot verhängt. Die übrigen waren den Einsatzkräften während des Umzug wegen ihres „aggressiven Verhaltens“ aufgefallen.

Erhöhter Alkoholkonsum habe in den meisten Fällen einer Rolle gespielt, so der Polizeisprecher. Sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen. Darunter vier Heranwachsende, die am Montag gegen 17 Uhr auf der Rampe zum Stadthausplateau eine Schlägerei angezettelt haben sollen. Ein Zeuge, der dem Opfer zu Hilfe kam, wurde ebenfalls niedergeschlagen. Einsatzkräfte seien schnell zur Stelle gewesen, um zu schlichten. Die vier wurden gegen Mitternacht wieder entlassen. Sie erhalten eine Strafanzeige.

Die Ambulanz des Petrus-Krankenhauses auf dem Bonner Talweg war auf die Problemfälle an Rosenmontag eingestellt, wie die Pflegedienstleiterin berichtet. „Es war viel los. Allerdings hätten sich – unabhängig vom Karneval – auffällig viele ältere Menschen mit Herzproblemen gemeldet. „Das war eher untypisch.“

Die Bonner Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt zieht eine positive Bilanz des Karnevals. „Es ist absolut ruhig geblieben“, sagte Geschäftsführerin Conny Schulte. Gleichwohl würden sich nicht alle Opfer sofort melden, das könne – wenn überhaupt – auch erst Monate oder Jahre später geschehen.

Mitarbeiter des Stadtordnungsdienstes überwachten vor und während des Umzugs den Zug- und die Rettungswege. Sie mussten zwölf Falschparker aus den für den Zug eingerichteten Halteverboten schleppen lassen (2017: 21). Außerdem kümmerten sie sich um ein zehnjähriges Kind, das seine Eltern verloren hatte. Zwei Wildpinkler kassierten ein Verwarnungsgeld. Bis auf zehn Beschwerden über Ruhestörungen nach 22 Uhr klang der Rosenmontag ruhig aus, so die Bilanz der Stadtverwaltung.