Ausstellung zum Rosenmontagszug

D'r Zoch kütt seit 190 Jahren

Prinz Dirk II. Bonna Alexandra III. und Volker Schramm (l.) lassen sich von Marcus Leifeld die Ausstellung im Sparkassen-Gebäude am Friedensplatz erklären.

Prinz Dirk II. Bonna Alexandra III. und Volker Schramm (l.) lassen sich von Marcus Leifeld die Ausstellung im Sparkassen-Gebäude am Friedensplatz erklären.

Bonn. Das Bonner Prinzenpaar eröffnete die Ausstellung zu 190 Jahren Rosenmontagszug in der Sparkasse am Friedensplatz.

Das erste Bonner Prinzenpaar, das gemeinsam auf einem Wagen fuhr, war laut Marlies Stockhorst, Präsidentin des Festausschusses Bonner Karneval, das Ehepaar Berchem. Paul Herbert I. und Marianne III. waren die Tollitäten im Jahr 1973, und bis dahin herrschte im Rosenmontagszug Zucht und Ordnung, wie man in der gestern eröffneten Karnevalsausstellung in der Sparkassendirektion am Friedensplatz sehen kann: In der Finanzauflistung für den Zug 1966 flossen von den 38000 DM alleine 16000 DM in die Gestaltung der Prunkwagen, darunter je 2000 DM für den des Prinzen und den der Bonna.

Das heutige Prinzenpaar Dirk II. und Alexandra III. ließ sich zur Eröffnung der zweiten Ausstellung dieser Art, die bis zum 3. Februar zu sehen ist, die Exponate vom Historiker Marcus Leifeld erläutern. Natürlich geht es um 190 Jahre Bonner Rosenmontagszug, dementsprechend erinnern Aufsteller mit Aufnahmen an Umzüge vergangener Jahre, die auch Mottowagen zu Themen wie dem Bau der Beethovenhalle - heute wieder hochaktuell, wie Volker Schramm vom Sparkassenvorstand anmerkte -, der Steuerlast, der Eisenbahn und mehr zeigen. Der Rosenmontagszug sei wichtig für die Identität der Stadt, so Leifeld, da er auch die Geschichte der städtischen Gesellschaft widerspiegele.

Man sieht unter anderem die Aufstellung des ersten Zuges 1828: Einen "glänzenden Triumphzug" zu Ehren der Huldgöttin Laetitia hatte man organisiert, die natürlich selbst auf einem Wagen mitfuhr, ihr voran die vier "Grundpfeiler des Narren- und Freudenreichs". Welche das sind, erfährt man vor Ort.

Auch der Zugweg von 1934 wird gezeigt, daneben allerlei Dokumente, Sessionsorden ab 1950, darunter den, der das 150-jährige Bestehen des Rosenmontagszuges feiert - eine Fehleinschätzung, wie sich später zeigte. Neben allerlei Informationen und früheren Tollitäten-Insignien sind auch zwei Wagenfiguren aufgestellt, die das Aennchen und Ludwig van Beethoven darstellen.

Man müsse aufpassen, dass die Identität des Karnevalszuges gewahrt bleibt, sagte Dirk II.. Sonst gebe es in 50 Jahren den Rosenmontagszug nur noch als Videospiel und Alaaf-Rufe über WhatsApp. "Ich bin den Menschen dankbar, die dieses Kulturgut bewahren", so der Prinz.

Die Bonna wünschte sich, dass in 50 Jahren Fotos von ihnen beiden in einer solchen Ausstellung zu sehen seien. "Jemand hat zu mir gesagt: Du gehst jetzt in die Geschichte ein", erzählte sie. Damit habe sie sich vorher gar nicht beschäftigt, die Ausstellung rufe ihr das ins Bewusstsein. Sie dankte auch den Sponsoren wie der Sparkasse: "Sie ermöglichen es, dieses Brauchtum fortzuführen."