Geheimtipps zum Abfeiern in Köln - außerhalb der Touristen-Hochburgen

Erkannt? "Jacko" ist Stephan Eisel, Vize des Festaussschusses und Ex-Bundestagsabgeordneter.

Erkannt? "Jacko" ist Stephan Eisel, Vize des Festaussschusses und Ex-Bundestagsabgeordneter.

Wo geht der erfahrene Jeck hin? Wo kostet es was und wo nicht?

Bonn. (hol/kf) Geheimtipps zu finden ist erfahrungsgemäß nicht einfach. Erfahrene Kneipen-Karnevalisten aus Köln raten: Zum Feiern auf keinen Fall in die Altstadt oder rund um die Zülpicher Straße gehen, denn dort gehen nur Touristen hin. Außerdem ist es dort oft überlaufen. Das typische und urtümliche Köln findet man eher hier:

Weißer Holunder, Gladbacher Straße 48, 50672 Köln: Die mit allerlei 50er-Jahre-Artefakten dekorierte Veedelskneipe ist an Karneval stark frequentiert. Die Musik ist traditionell kölsch. Frühes Erscheinen ist Pflicht, ansonsten droht langes Anstehen. Wer einmal drin ist, freut sich dafür, dass der Laden nicht überfüllt ist.

Anno Pief, Im Stavenhof 8, 50668 Köln: In einer winzigen Seitenstraße nahe der Eigelstein-Torburg findet sich diese Kölsch-Kneipe. Entspanntes und gut aufgelegtes Publikum jeglichen Alters, das gemeinsam singt und schunkelt. Keine Türwache, deshalb kann es voll werden.

Haus Unkelbach, Luxemburger Straße 260, 50937 Köln: Seit Jahren eine feste Größe im jecken Treiben in Köln.

Am Wieverfastelovend stehen die ersten Narren bereits am frühen Morgen vor der Tür. Junges Publikum, obwohl unter 21 Jahre kein Zutritt ist. Hier ist es aber trotzdem oft schwierig, noch reinzukommen.

Chlodwig-Eck, Annostrasse 1-3, 50678 Köln: An diesem Tresen hat bereits BAP-Chef Wolfgang Niedecken sein Kölsch gezischt und über Gott und die Welt verzällt. Das Chlodwig-Eck ist eine Institution in der Südstadt und an allen jecken Tagen ein festes Ziel für allerlei feierwilliges Volk.

Lapidarium, Eigelstein 118, 50668 Köln: Das direkt neben der Eigenstein-Torburg gelegene Lokal im Brauhausstil ist ein uralte Kneipe, die schon 1864 als Brennerei bestand und in der uriger Karneval gefeiert wird. Das Lokal wirbt übrigens damit, Kölns erste Kneipe ohne Schnäpse zu sein. Alles andere gibt es aber reichlich.

Zum Alten Brauhaus, Severinstraße 51, 50678 Köln: In der Geburtsstätte des Reissdorf Kölsch ist damit schon klar, was man trinkt: Entsprechend dem Namen rustikale Brauhausstimmung, bei der das ganze Lokal bierselig zusammen schunkelt.

Schreckenskammer, Ursulagartenstraße 11-15, 50668 Köln: Urige Kneipe mit Holzboden. Besonderer Clou: Auf dem Holzboden haben die Wirtsleute Quarzsand verteilt. Warum? Durch das Begehen reibt der Sand den Dreck aus den Dielen. Die Kneipe besitzt im Inneren auch noch den sogenannten Beichtstuhl. Auf ihm saß früher der Wirt und beobachtete die Szenerie in seinem Gasthaus. Die Kneipe braut übrigens ihr eigenes Bier.

Reissdorf em Oellig, Neusser Straße 87, 50670 Köln: Die Kneipe im Agnesveedel ist ein absoluter Szene-Treff für Kölner. Montags und mittwochs kostet das Kölsch nur 1,10 Euro. Berühmt sind auch die Reibekuchen. Und wer davon zu viel gegessen kann, der kann als "Verdäuerli" den hauseigenen Kräuterschnaps trinken.

Brauhaus Max Stark, Unter Kahlenhausen 47, 50668 Köln: Historische Kneipe im Kunibertveedel. Es gibt dort noch schmucke Kacheln vom einzigen Kneipen-WC von 1890. Das Gasthaus gilt als Dependance vom "Lommi" in Deutz. Die Speisekarte ist in Teilen ähnlich: Zum Beispiel gibt es die berühmten Riesen-Koteletts und die langen Bratwürste.

Lommerzheim, Siegesstraße 18, 50679 Köln (Deutz): Absoluter Kult, aber leider oft sehr voll. Es gibt Päffgen-Kölsch im Ausschank. Der obere Wirtschaftsraum ist größtenteils nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr renoviert worden. Der Gewölbekeller ist urig, romantisch und bierselig zugleich. Die Speisen sind historisch, berühmt, lecker und sättigend. Die Eigenarten des früheren Wirtsehepaares Hans und Annemie Lommerzheim verschafften der Kneipe bis 2005 den Ruf als "kölscheste aller Kölschkneipen". Seit März 2008 wieder offen.